Verschärfte Maßnahmen seit Tod eines palästinensischen Kleinkindes

Scharfschütze erschießt 15-Jährigen – Israel geht härter gegen jüdische Extremisten vor

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Israelische Sicherheitsbehörden haben einen rechten Aktivisten verhaftet, der an „kriminellen, nationalistischen Aktivitäten“ beteiligt sein soll. Der jüdische Extremist sei bereits am späten Montag festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Bei dem Festgenommenen handelt es sich demnach um Meir Ettinger, einen Enkel des rechtsradikalen Rabbiners Meir Kahane, dessen Kach-Bewegung 1988 als rassistisch verboten wurde.

Seit am vergangenen Freitag ein arabisches Kleinkind bei einem Brandanschlag starb, wollen israelische Politiker härter gegen jüdische Extremisten vorgehen. Zudem hatte am Donnerstagabend ein ultraorthodoxer Jude bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem sechs Menschen niedergestochen. So hat das israelische Sicherheitskabinett beispielsweise beschlossen, dass die Administrativhaft, bei der Verdächtige ohne Anklage festgehalten werden können, auch auf jüdische Terror-Verdächtige angewandt werden kann.

Unterdessen meldete das „Institute for Palestine Studies“ den Tod des 15-jährigen Laith al-Khalidi. Der Jugendliche soll bei Ramallah von einem Scharfschützen aus einem Wachturm aus erschossen worden sein. Der Vater von Laith nannte den Tod seines Sohnes „kaltblütig“. (dtj/dpa)