Ein Toter bei Schießerei vor Polizeihauptquartier in Gaziantep

Türkische Sicherheitskräfte haben vor der Polizeidirektion in der südosttürkischen Stadt Gaziantep einen bewaffneten Angreifer erschossen. Die Polizei habe sich an dem Checkpoint vor dem Gebäude einen Schusswechsel mit dem Angreifer geliefert, dieser sei dabei getötet worden, sagte der Provinzgouverneur Ali Yerlikaya nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA am Dienstag. Ein Polizist sei leicht verletzt worden.

Nach Angaben von Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmuş fahndet die Polizei nach einem weiteren flüchtigen Terroristen. Der Sender CNN Türk berichtete, mindestens eine Person habe versucht, in das Polizeigebäude einzudringen und sei von den Beamten aufgehalten worden. Es wurde befürchtet, der Angreifer habe einen Selbstmordanschlag mit einer Sprengstoffweste durchführen wollen.

Kurtulmuş sagte weiter, der Angriff erinnere an den Anschlag in der westtürkischen Küstenmetrople Izmir vor sechs Tagen. Vor dem Justizgebäude der Stadt gab es am Donnerstag einen Autobombenanschlag und eine Schießerei zwischen Polizei und Angreifern. Das Attentat forderte zwei Todesopfer, außerdem wurden zwei der Täter getötet. Ein weiterer ist seitdem auf der Flucht.

Die Behörden haben die Terrororganisation PKK beschuldigt, hinter der Tat zu stecken. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die PKK diesen Anschlag durchgeführt hat“, sagte Justizminister Bekir Bozdağ. Mittlerweile hat sich die radikale PKK-Splittergruppe TAK, die sogenannten „Freiheitsfalken Kurdistans“, zu der Tat bekannt. In einer Meldung der PKK-nahen Nachrichten Agentur ANF (Fırat) heißt es, die TAK habe sich in einem Bekennerschreiben zu der „heldenhaften Tat“ bekannt, die vom „Märtyrer-Çekdar-Rachekommando“ durchgeführt worden sei. Im Zusammenhang mit dem Anschlag wurden nach Angaben von DHA inzwischen 18 Menschen festgenommen.

Die Stadt Gaziantep war im vergangenen Oktober von einem schweren Terroranschlag auf eine Hochzeitsfeier erschüttert worden. Damals wurden mehr als 50 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Türkei macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich jedoch nie bekannte. Die Regierung geht von einem Kind aus, dass als Attentäter missbraucht wurde. Die Identität wurde jedoch nie bekanntgegeben. Im vergangenen April hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Gaziantep besucht. (dpa/ dtj)