NRW: Serap Güler bald Ministerin?

Die Christdemokraten haben im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen einen historischen Wahlsieg geholt. Damit wurde die langjährige Tradition, in der die Sozialdemokraten die Oberhand hatten, gebrochen. Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft konnte mit ihren Inhalten nicht mehr überzeugen und verlor bei den wegweisenden Wahlen vor der im Herbst gegen ihren Konkurrenten Armin Laschet ().

Noch ist unklar, mit wem die CDU in in die Koalition gehen wird, aber viele Zeichen deuten auf die naheliegende Option der Einigung mit den Liberalen von der FDP. Diese Annahme verstärkte der frühe Entschluss der SPD, keine Koalition mit der CDU eingehen zu wollen.

In diesem Fall werden sämtliche Ministerposten frei. Obwohl einige Diskussionen darüber erfolgten, dass Armin Laschet wegen bestimmten Regelungen vielleicht doch kein werden könne, steht es de facto fest, dass er der neue von NRW wird.

Serap Güler die erste Türkeistämmige Ministerin der CDU?

Noch ist ziemlich unklar, wer für die Ministerposten in NRW in Frage kommt und wie sich die Ministerien verteilen werden, wenn der Koalitionspartner feststeht, aber laut Informationen des dtj  wird für das Integrationsministerium Serap Güler gehandelt. Für die engagierte Serap Güler wäre ein Amt im Kabinett, oder in den Ministerien die einzige Möglichkeit in der neuen Periode politisch mitzumischen. Denn die CDU-Kandidatin hatte in ihrem Kölner Wahlkreis gegen den Konkurrenten verloren. Zwar hatte sie auf der Liste einen guten Platz, der zog aber nicht mehr, weil alle 67 Mandate bereits an die Direktkandidaten vergeben werden mussten. Somit verliert die 36-Jährige ihr Mandat. Güler gilt als Nachwuchstalent der CDU und war die erste Türkeistämmige Abgeordnete der CDU. Derzeit ist sie weiterhin Mitglied des Bundesvorstands.

Güler: Posten entscheiden diejenigen, die in Verhandlungen gehen

In einem DTJ-Interview kurz vor den Wahlen zeigte sich die Politikerin zurückhaltend. „Die Posten entscheiden diejenigen, die in die gehen“, sagt die integrationspolitische Expertin der CDU.  Ihr Ziel sei es gewesen stärkste Kraft in NRW zu werden und „das haben wir geschafft.“ Als Abgeordnete wollte Güler erstmals als Mitglied einer Regierungsfraktion gerade in der Integrationspolitik mitmischen. Vielleicht ist ihre Stärke in integrationspolitischen Debatten für Armin Laschet unverzichtbar. Es wäre jedenfalls ein Novum für die Christdemokraten, die schon mit Gülers Einzug ins NRW-Parlament die erste türkischstämmige CDU-Abgeordnete überhaupt stellte, nun eine Ministerin zu ernennen, die türkische Wurzeln hat.