Steinbr端ck wird voraussichtlich SPD-Kanzlerkandidat

Berlin (dpa) – Der fr端here Bundesfinanzminister Peer Steinbr端ck wird aller Voraussicht nach der n辰chste SPD-Kanzlerkandidat. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der f端r den Posten ebenfalls im Gespr辰ch war, steht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vom Freitag nicht zur Verf端gung.

Parteichef Sigmar Gabriel d端rfte in einer eigenen Kandidatur ein Risiko sehen, das seine realistischen Siegeschancen 端bersteigen w端rde. So wird wohl zwangsl辰ufig der Ex-Finanzminister f端r die SPD gegen Kanzlerin Merkel antreten m端ssen. Aus Sicht vieler Beobachter ein Himmelfahrtskommando, da die Sozialdemokraten trotz einiger vorangegangener Erfolge bei Landtagswahlen in allen Umfragen auf Bundesebene zuletzt gegen端ber der Union deutlich an Boden verloren. Das letzte Wort hat jedoch Gabriel. Die Bundestagswahl wird aller Voraussicht nach im Herbst 2013 stattfinden.

Nach Informationen der Bild-Zeitung will Parteichef Sigmar Gabriel dem SPD-Vorstand bereits am Montag im Rahmen einer Sondersitzung Steinbr端ck als Kandidaten vorschlagen. Bislang war die Nominierung fr端hestens f端r Ende des Jahres geplant.

In den vergangenen Tagen hatte jedoch vor allem in den SPD-Landesverb辰nden der Druck sp端rbar zugenommen, die Entscheidung vorzuziehen. Nach Bekanntwerden des Verzichts Steinmeiers 辰nderte Gabriel wohl den Zeitplan.

Der Bundesparteivorsitzende sagte seine Teilnahme am Kommunalkongress der bayerischen SPD-Landtagsfraktion in M端nchen am Freitag kurzfristig ab.

Urspr端nglich war die n辰chste regul辰re SPD-Vorstandssitzung f端r den 15. Oktober vorgesehen. F端r den 24. November ist ein kleiner Parteitag der SPD in Berlin angesetzt, auf dem unter anderem 端ber das Rentenkonzept Gabriels endg端ltig entschieden werden soll.

Der 65-j辰hrige Steinbr端ck galt zuletzt bereits f端r viele politische Beobachter als Favorit f端r die Spitzenkandidatur. Steinmeier hatte Gabriel offenbar schon vor einigen Wochen dar端ber informiert, dass er nicht erneut antreten wolle. Bereits 2009 war Steinmeier als Herausforderer Merkels klar gescheitert.

Galt zuletzt der Zeitraum zwischen Ende 2012 und Anfang 2013 als wahrscheinlich f端r die endg端ltige Kl辰rung der Kanzlerfrage, waren die Spekulationen in der sogenannten K-Frage in den vergangenen Wochen fast t辰glich ins Kraut geschossen. Ein ums andere Mal hatte SPD-Generalsekret辰rin Andrea Nahles erkl辰rt, es g辰be definitiv keinen neuen Stand in der K-Frageder SPD. Der Zeitplan solle beibehalten werden. Es sollte am Ende anders kommen.

In der SPD selbst und dort vor allem bei den Parteilinken ist Steinbr端ck nicht unumstritten. Sie werfen ihm seine in ihren Augen zu konservativen Positionen vor. In parteiinternen Umfragen lag Steinbr端ck zuletzt knapp vor Steinmeier.

Die SPD hatte in den vergangenen Wochen heftig um ein Rentenkonzept von Parteichef Gabriel gerungen, sich zuletzt aber auf einen Konsens geeinigt. Am Dienstag stellte Steinbr端ck die Eckpunkte seines 端ber Monate erarbeiteten finanzmarktpolitischen Konzeptes vor. Es schl辰gt eine Aufspaltung der Grobanken und die Begrenzung von Managergeh辰ltern vor.

Steinbr端ck musste sich zuletzt Vorw端rfen des Amtsmissbrauchs aus seiner Zeit als Bundesfinanzminister erwehren.