Trotz angespannter Sicherheitslage: Türkei baut Krankenhaus in Kabul

Die türkische Regierung plant, in Afghanistan ein zehnstöckiges Krankenhaus mit einem Investitionsvolumen von über 282 Millionen $ zu errichten. Das Gebäude soll auf dem Gelände des unter der Taliban-Herrschaft zerstörten, ehemaligen Aliabad-Hospitals in Kabul errichtet werden und als Forschungseinrichtung dienen.

Der stellvertretende Minister für Gesundheit, Ömer Faruk Koçak, und der türkische Botschafter für Afghanistan, Basat Öztürk, kündigten den Bau des Krankenhauses gemeinsam am Rande eines Treffens in Afghanistan an. Geplant ist, dass in dem Gebäude Platz für 200 Betten sein werde und 49 gut ausgestattete Polikliniken untergebracht werden sollen. Von afghanischer Seite hieß es, der Vertrag für den etwa fünf Jahre dauernden Bau der Klinik sei bereits unterschrieben.

In dem krisengeplagten Land hatte sich die Sicherheitslage in den letzten Monaten vor allem auf Grund so genannter „Insiderattacken“ weiter verschlechtert, darunter versteht man Angriffe von Extremisten, die reguläre Sicherheitskräfte mit dem Ziel infiltrieren, eines Tages auf ihre vermeintlichen Kameraden Anschläge zu begehen. Auch in Kabul gibt es regelmäßig Selbstmordanschläge und bewaffnete Angriffe der Taliban. Bis spätestens 2014 sollen rund 120.000 NATO-Soldaten aus Afghanistan abziehen. Die türkische Armee hat rund 1.700 Soldaten in Afghanistan stationiert, die rein humanitären Aufgaben nachgehen und keine Kampfhandlungen ausführen.