Internationale Konzerne kehren Türkei Rücken zu

Total zieht sich aus der Türkei zurück

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Nach den Großbanken HSBC und der RBS hat sich ein weiterer internationaler Konzern entschlossen, sich aus der Türkei zurückzuziehen. Der französische Ölmulti „Total“ will ebenfalls seine Geschäfte in der Türkei einstellen. Zuletzt hatte die türkische Energieregulierungsbehörde EPDK (Enerji Piyasası Düzenleme Kurumu) erneut die Preise für Benzin und Diesel angehoben. Grund sollen auch die hohen Steuern für Treibstoff sein. Rund 60 Prozent des Preises gehen an den türkischen Fiskus.

Nach einem Bericht der „Zaman“ prüfen derzeit auch andere Mineralölkonzerne den Ausstieg aus dem türkischen Energiemarkt. Tausende Arbeitsplätze könnten in dem Fall bedroht sein. Zudem gibt es für Tankstellenpächter harte Auflagen. Ihre Lizenzen gelten für fünf Jahre und müssen dann immer wieder verlängert werden. Bis 2010 wurden Lizenzen mit einer Laufzeit von 20 Jahren vergeben. Erschwerend kam für Total hinzu, dass das französische Unternehmen einen Marktanteil von nur fünf Prozent hatte. Gewinne aber lassen sich bei einem größeren Netz verwirklichen, über das Total nicht verfügte. Den größten Anteil hat mit 20 Prozent der österreichische Konzern OMV gefolgt von der türkischen OPET mit 17 Prozent.

Inzwischen soll die Société Générale mit der Abwicklung des Rückzugs von Total aus der Türkei beauftragt worden sein.