Türkei-Touristen von Gabriel-Warnung unbeeindruckt

Vor einem Monat verschärfte die Bundesregierung ihren Kurs gegenüber der . Privatreisende rief Außenminister Gabriel zu erhöhter Vorsicht auf. Doch bisher reagieren Sonnenhungrige gelassen.

Die verschärften Spannungen zwischen Berlin und haben nach Angaben von Tourismuskonzernen bisher keine Spuren bei der Nachfrage nach Türkei-Reisen hinterlassen. Bundesaußenminister (SPD) hatte Privatreisende vor vier Wochen zu erhöhter Vorsicht bei Trips in das Land aufgerufen. Das habe das Interesse Kurzentschlossene jedoch nicht gedämpft, berichteten Veranstalter der Deutschen Presse-Agentur. Die Türkei sei derzeit eines der beliebtesten Last-Minute-Ziele.

«Wir sehen seit Juni eine Wiederbelebung der Nachfrage bei kurzfristigen Buchungen», sagte eine Sprecherin von Europas größtem Reisekonzern Tui. Daran hat sich auch insgesamt in den letzten Wochen nichts geändert. Die Türkeizähle aktuell zu den gefragtesten Last-Minute-Zielen.

Touristen machen gerne in der Türkei

Ähnliches berichtet Wettbewerber Thomas Cook. Die Buchungseingänge seien in den letzten Wochen sehr hoch gewesen, sagte eine Sprecherin. Das Land sei bei Kurzentschlossenen derzeit das gefragteste Reiseziel. Thomas Cook ist unter anderem mit der Marke Öger Tours stark im Türkei-Geschäft vertreten.

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Auch DER Touristik verzeichnete nach eigenen Angaben keine nennenswerten Auswirkungen durch die geänderten Reisehinweise: «Es gab in den Folgewochen keine vermehrten Anfragen nach Umbuchungen oder Stornierungen.»

Die Nachfrage Kurzentschlossener erklärte Reisekonzern Alltours auch mit Kapazitätsengpässen und vergleichbar höheren Preisen in anderen Mittelmeerländern wie Spanien oder . Welche Folgen die Terrorattacke in für den Spanien-Tourismus haben, lässt sich aus Sicht der Reisebranche zunächst schwer abschätzen.

Das Türkei-Geschäft leidet insgesamt weiterhin unter der Verunsicherung von Urlaubern nach Terroranschlägen und vor allem dem Putschversuch im vergangenen Jahr. Nach Angaben der GfK-Konsumforscher lagen die Türkei-Buchungen für den Sommer in den Reisebüros bis Ende Juli zweistellig unter dem Vorjahreswert. Im Rekordjahr 2015 waren fast 5,6 Millionen in das Land gereist. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 4 Millionen.

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dpa