Türkei und Katar: Zusammenschluss der Rebellen Bedingung für Waffenlieferung

Wie die englische Tageszeitung „The Independent“ berichtet, haben sich Regierungsvertreter beider Länder mit Vertretern der syrischen Oppositionsgruppen getroffen und sie dazu aufgefordert, eine gemeinsame Kommandostruktur zu schaffen. Um ihre Forderung zu unterstreichen, sollen die Regierungsvertreter die Lieferung von speziellen Waffensystemen, die von den Aufständischen dringend benötigt werden, an diesen Zusammenschluss geknüpft haben. So würden schweren Waffen, darunter Luft- und Panzerabwehrraketen, erst geliefert, wenn eine gemeinsame Kommandostruktur errichtet worden sei.

Das syrische Militär ist eines der bestausgerüsteten der Region und den Rebellen waffentechnisch weit überlegen. Vor allen Dingen die Luftabwehrwaffen werden von den meist nur leicht bewaffneten Rebellen dringend benötigt, da die syrische Luftwaffe fast ungehindert Einsätze gegen Rebellen fliegt. Dabei erleiden sowohl die Rebellen als auch die Zivilbevölkerung hohe Verluste.

Die beiden stärksten Unterstützer der syrischen Opposition, Katar und die Türkei, wollen durch einen Zusammenschluss der zersplitterten syrischen Opposition offenbar deren militärische Schlagkraft bündeln, um den bereits 18-Monate dauernden Kampf gegen das Assad-Regime zu verkürzen. Die Rebellen sind in vielen unterschiedlichen, teils nicht miteinander kooperierenden Brigaden und Einheiten organisiert. Ein Großteil der Rebellen besteht aus desertierten Soldaten der syrischen Streitkräfte. Es kämpfen jedoch auch einfache Zivilisten und teilweise sogar ausländische Islamisten in einigen Einheiten.

Die Türkei beherbergt das Syrian National Council (SNC) und bis vor kurzem auch die Freie Syrische Armee (FSA), die mittlerweile ihr Hauptquartier jedoch in den Norden Syriens verlegte (DTJ berichtete). Bei einem Feuer wurde am Wochenende der weltberühmte Basar in Aleppo fast vollständig zerstört. Der Konflikt forderte bislang ca. 30 000 Todesopfer.

Caspar Schliephack