„Wer Kurdisch kann, wird die nächsten Jahre nicht arbeitslos“

Nachdem die Regierung beschlossen hat, Kurdisch im anstehenden Schuljahr als Schulfach einzuführen, wappnen sich auch die Universitäten für die anstehenden Herausforderungen. Schließlich müssen Lehrkräfte für die Schulen ausgebildet werden. Die Artuklu Universität in Mardin wird eines dieser Ausbildungsstätten sein.

Der Vorsitzender des Instituts der neuphilologischen Fakultät, Prof. Dr. Kadri Yıldırım, ist sich sicher, dass „bei einer Gesetzesänderung im muttersprachlichen Bildungswesen durch die Beherrschung der kurdischen Sprache sowohl bestehenden Sprachzertifikaten, noch mehr aber der künftigen Ausbildung in der Sprache fortan ein enormes Prestige verliehen wird.“ Durch die Kombination des Kurdischen mit dem Türkischen werde sich jeder Absolvent „für die nächsten 30-40 Jahre“ für eine Stelle qualifizieren.

Yıldırım machte auch darauf aufmerksam, dass darüber hinaus zum ersten Mal in der Türkei ein Institut mit dem Studiengang „Kurdische Sprache und Literatur“ gegründet worden ist: „Die Mehrheit der Studenten in diesem Fachbereich ist kurdischer Herkunft. Doch nicht nur den kurdischen Interessenten steht unsere Tür offen, sondern auch anderen Muttersprachlern. Auch Farsi und Syrer können an unserem Graduiertenprogramm teilnehmen. Wir würden ihrem Level entsprechend Studiengänge einrichten.“

Nach Angaben der Bildungsbehörde werden 1000 angehende Lehrer an den staatlichen Universitäten in Mardin und Bingöl ausgebildet. Es handelt sich um einen Masterstudiengang ohne Abschlussarbeit.