Will Brüssel traditionelles Familienbild aus Schulbüchern verbannen?

Bücher, die „traditionelle“ Familienentwürfe zeigen – wie Mütter, die ihre Kinder versorgen, während der Vater zur Arbeit geht -, sollen, wenn es nach Brüssel geht, aus Schulen verschwinden.

Wie die „Daily Mail” berichtet, kam ein EU-Bericht zum Ergebnis, dass „Gender-Stereotype“ an Schulen die Auffassungen über männliches und weibliches Verhalten beeinflussen und die Karrierechancen von Frauen beeinflussen würden.

Kritiker geben zu bedenken, dass der Vorschlag, Unterrichtsmaterial anzupassen, sodass Männer und Frauen nicht mehr in ihren traditionellen Rollen dargestellt würden, dazu führen würden, dass Klassiker der Kinderliteratur wie Enid Blyton’s „Fünf Freunde“, der „Paddington-Bär“ oder „Peter Pan“ nicht mehr behandelt werden würden – vom Großteil aller amerikanischen Familienserien ganz zu schweigen.

Das durch das „Komitee für Frauenrechte und Gendergleichheit” im Europäischen Parlament vorbereitete Dokument schlägt des Weiteren eine EU-weite Gesetzgebung vor, um die Art und Weise zu bestimmen, wie Frauen in Werbeblöcken während der Sendung von Kinderprogrammen darzustellen seien. Darüber hinaus beklagt man darin die unzureichende Anzahl weiblicher Abgeordneter im EU-Parlament und fordert eine feste Quote, um ein Mindestquantum an Frauen im Straßburger Gesetzgebungsorgan zu erzwingen.

Widerstand gegen „Social Engineering“

Tim Aker, der Sprecher der euroskeptischen Organisation „Get Britain Out“, ist angesichts des Inhalts und der Forderungen, die im Bericht laut werden, erbost: „Die Eurozone geht den Bach runter, Millionen Menschen sind arbeitslos und eine ganze Generation junger Europäer blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Die EU hat dennoch nichts Besseres zu tun als sich auf Social Engineering gegenüber unseren Kindern zu konzentrieren. Dieser politisch korrekte Bericht gehört ungelesen in den Müll.“

Auch June O’Sullivan, Geschäftsführerin der London Early Years Foundation, kritisierte den Bericht scharf. „Politische Themen haben nichts zu tun mit der Art und Weise, wie wir unseren Kindern die Welt erklären. Es ist nun mal Fakt, dass die meisten Frauen fürsorgliche Tätigkeiten bevorzugen und die meisten Männer außerhäuslich arbeiten wollen“, betonte sie.

„Man muss nur an die Schultore blicken, um zu sehen, was Sache ist. Stereotype sind solche, weil sie die Situation einer Mehrheit reflektieren. Kinder lassen sich nicht zum Narren halten – sie sehen, was sie sehen und keine Manipulation der Welt wird ihre Wahrnehmung ändern können.“

Ein Sprecher der Europäischen Kommission wies Berichte zurück, wonach es bald ein EU-Diktat darüber geben würde, welche Schulbücher verwendet werden dürfen und wie Werbespots auszusehen hätten. Brüssel habe gar keine rechtliche Handhabe, um das zu bestimmen. Der Bericht – der lediglich die Meinung seiner Mitglieder repräsentiert – fordere nicht das Verbot von Büchern.

„Und selbst dort, wo man EU-weite Initiativen fordert und diese rechtlich möglich wären, könne das nur auf Vorschlag der Kommission – den es nicht gibt – geschehen und wenn das Europäische Parlament und eine große Mehrheit von Staaten einer solchen Maßnahme zustimmen würde“, zitiert „Daily Mail“ den Sprecher.