Zentralasien

Aufbau der kasachischen Marineflotte: Türkei, Russland, Deutschland und China im Rennen

Ging es bei der ersten Verteidigungsausstellung in Kasachstan 2010 noch um erste Pläne und Gedanken zum Kauf von Kriegsschiffen, werden die Pläne nach der diesjährigen kasachischen Verteidigungsmesse KADEX 2014 in Astana konkreter. (Foto: cihan)

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Das in Zentralasien liegende Kasachstan ist mit einer Fläche von 2.717.300 Quadratkilometern siebenmal größer als Deutschland. Es erstreckt sich nicht nur zwischen den wüstenähnlichen Gebieten im Süden, den Steppen und den Wäldern im Norden, sondern grenzt im Westen auch an das Kaspische Meer, wo der größte Reichtum des Landes geborgen liegt. Das Öl.

Bei der ersten Verteidigungsmesse des Landes 2010 ging es noch um erste Pläne, die Idee, Kriegsschiffe zu beschaffen. Kasachische Regierungsbeamte standen mit der südkoreanischen Firma STX in Verhandlungen und wollten ursprünglich drei Korvetten in Auftrag geben. Die Pläne scheiterten und es begann ein neuer Wettlauf um die Aufträge zwischen Anbietern aus der Türkei, Russland, Deutschland und China. Das kasachische Verteidigungsministerium hat inzwischen angekündigt, in Bälde eine Entscheidung in dieser Angelegenheit zu treffen.

Kasachstan ist bei weitem nicht das einzige Land, das bei seinen militärischen Beschaffungsmaßnahmen Nachholbedarf hat. Das Verteidigungsministerium betont immer wieder, dass die Kriegsmarine eines ihrer Topthemen auf der Agenda ist. Das Ministerium befeuert auch deshalb einen Wettbewerb zwischen den Anbietern, weil es gewillt ist, eine eigene Werft in der Nähe des Hafens der Stadt Aktau am Kaspischen Meer zu bauen. Dort sollen sowohl Zivil-, als auch Kriegsschiffe gebaut werden. Die Entscheidungen zur Realisierung dieser Pläne sollen noch in diesem Jahr gefällt werden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. „Der Schiffsbau ist ein unverzichtbarer Bestandteil zur Sicherheit der nationalen Interessen des Landes“, sagte Ermek Kozhamberliyev, Sprecher der kasachischen Marine auf der KADEX, der kasachischen Ausstellung für Waffensysteme in Astana.

Chinesen am Drücker

Zusätzlich zu diesen Beschaffungsmaßnahmen will Kasachstan seine Marineinfanterie ausbauen sowie einheitliche Kommandostrukturen für all die Teileinheiten schaffen, die mit der Sicherheit am Kaspischen Meer befasst sind.

Auch das große russische Fachmagazin „Nationale Sicherheit“ beschäftigte sich mit dem Thema. Es sieht ein gewisses Potential auf eine neue Qualität in der Entwicklung am Kaspischen Meer, verweist aber darauf, dass sich Kasachstan in Sachen Sicherheit immer auf seinen engsten Verbündeten Russland verlassen könne.

Den größten Eindruck auf der Messe hinterließ allerdings eine chinesische Firma. Poly Technologies präsentierte ihre hochmoderne Type 056 Corvette, die mit chinesischen C-705 Anti-Schiff-Flugkörpersystemen ausgerüstet werden kann. Zusätzlich verfügt die Korvette über ein Hubschrauberlandedeck. In der NATO wird das Schiff auch als Stealth Missile Corvette bezeichnet. (eurasianet/dtj)