Andres Iniesta L) of Spain vies for the ball with Ozan Tufan of Turkey during the Group D soccer match of the UEFA EURO 2016 between Spain and Turkey at the Stade de Nice in Nice, 17 June, 2016. Photo: Federico Gambarini/dpa (RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Türkei hat auch das zweite Gruppenspiel bei der EM verloren. Gegen Spanien unterlag das ganz schwache Team mit 0:3 (0:2). Der Titelverteidiger hingegen hat souverän das Achtelfinale erreicht. Damit ist Spanien bei EM-Endrunden nun schon seit 14 Partien unbesiegt, seit sieben Begegnungen hat La Furia Roja nicht einmal ein Gegentor hinnehmen müssen.

Vor 33 409 Zuschauern im Stade de Nice erzielten Morata (34. Minute), Nolito (37.) und erneut Morata (48.) die Treffer für das Team von Trainer Vicente del Bosque. Die Türken sind dagegen weiter ohne Turniertor und haben nur noch geringe Chancen auf das Weiterkommen. Platz drei ist mit einem Sieg zum Abschluss gegen Tschechien zwar noch drin, aber das könnte aufgrund der schlechten Tordifferenz (0:4) zu wenig sein, um als einer der vier besten Gruppendritten weiterzukommen.

Nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien mit dem späten Siegtreffer durch Gerard Piqué vertraute del Bosque seiner erfolgreichen Elf. Somit blieb Bayern Münchens Thiago, der im ersten Spiel erst spät eingewechselt wurde, zunächst erneut nur der Platz auf der Bank.

Burak für Cenk im Sturm

Bei den Türken, die nach der Auftaktniederlage viel Kritik einstecken mussten, nahm Trainer Fatih Terim nur eine Änderung vor: Für Cenk Tosun stürmte Burak Yılmaz von Beginn an. Hakan Çalhanoğlu von Bayer Leverkusen blieb trotz schwacher Leistung im Team. BVB-Mittelfeldspieler Nuri Şahin kam im zweiten Abschnitt ins Team.

Zumindest der Einsatz stimmte beim EM-Halbfinalisten von 2008: Die Terim-Elf ging anfangs deutlich aggressiver zu Werke als in der Partie gegen Kroatien. Allerdings ließ sich der Außenseiter, der nur einmal in der Geschichte vor mehr als 60 Jahren gegen die Iberer gewinnen konnte, weit zurückfallen und stand bei Spaniens Vorstößen sehr tief in der Defensive.

Dadurch kam der Titelverteidiger, der wieder eine hohe Ballbesitzquote von etwa 65 Prozent hatte, in der ersten halben Stunde auch erst mal nur zu zwei guten Torgelegenheiten aus der Distanz: Die erste vergab Morata, dessen 20-Meter-Schuss von Volkan Babacan im Tor der Türken pariert wurde (6.). Ein Rechtsschuss Nolitos von der Strafraumgrenze verfehlte das Gehäuse nur knapp.

Kurz darauf machten es beide Spanier besser. Morata traf per Kopf aus sechs Metern nach Flanke von Nolito, drei Minuten später traf Nolito ebenfalls aus kurzer Entfernung selbst. In beiden Szenen machte der türkische Innenverteidiger Mehmet Topal eine ganz schlechte Figur. Auch im Angriff lief nicht viel bei den Türken. Ein Freistoß von Spezialist Çalhanoğlu (27.) blieb die einzige Torchance.

Mit seinem zweiten Treffer unmittelbar nach der Pause krönte Juventus-Stürmer Morata seine gute Vorstellung und bescherte del Bosque einen entspannten Abend auf der Trainerbank. Die türkische Elf ergab sich in der Folge ihrem Schicksal, Kapitän Arda Turan, der sich nach dem Kroatien-Spiel für seine Leistung entschuldigt hatte, wurde von den Fans bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen. Dem eingewechselten Olcay Şahan bot sich kurz vor Schluss die Chance auf das 1:3, der ehemalige Lauterer vergab kläglich. Im dritten Gruppenspiel gegen Kroatien am nächsten Dienstag reicht dem seit 14 EM-Endrundenspielen unbesiegten Europameister ein Remis zum Gruppensieg. Die Türkei spielt ebenfalls am Dienstag – womöglich nur noch um die Ehre.