Türkei drittgrößter Lieferant Deutschlands in der Bekleidungsbranche: „Wir wollen auf Platz 1“

Werden die politischen Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland Auswirkungen auf die Wirtschaft haben?. Knapp 6.800 deutsche Firmen sind in der Türkei aktiv. Deutschland exportierte 2016 Güter im Wert von knapp 22 Milliarden Euro an die Türkei. Die größten Exportgüter waren demnach Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, Chemische Erzeugnisse, Elektrische Ausrüstungen.

Rückwarts herum exportierte die Türkei Waren im Wert von knapp 15 Milliarden Euro nach Deutschland. Bekleidung, Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, Textilien sind dabei die wichtigsten Exportgüter. Was wird aber nun nach der politischen Krise zwischen der Türkei und Deutschland?

Emre Kızılgüneşler ist in der Bekleidungs- und Textilbranche aktiv. Mit langjähriger Erfahrung ist er ein wahrer Kenner der Szene. Er ist zugleich Präsident des „Ägaischen Verbands für Fertigbekleidung“ (Ege Hazırgiyim ve Konfeksiyon İhracatçıları Birliği). Nach deren Zahlen ist die Türkei in der Branche der drittgrößte Lieferant Deutschlands: „Wir wollen auf Platz 1“, so Kızılgüneşler im Interview mit einer türkischen Zeitung. Kızılgüneşler glaubt nicht daran, dass die politischen Streitigkeiten Auswirkungen auf die Import-Export-Zahlen beider Länder haben würden. Schließlich seien die historischen Beziehungen beider Länder sehr stark: „Wenn man die türkischen Exportzahlen nach Deutschland ansieht, erkennt man, dass diese von der Politik nicht beeinflusst werden.“, so Kızılgüneşler weiter. 

Über 1 Millionen Arbeitskräfte

Auch der Chef des PR-Komittees des „Ägaischen Verbands für Fertigbekleidung“ sieht das ähnlich. In dieser Branche würden in der Türkei über eine Millionen Menschen arbeiten. Durch die großen Kapazitäten könne die Türkei innerhalb von vier Wochen die Produkte fertigstellen und Kunden in Europa beliefern. 

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