10 Tipps für ein erfolgreiches Eltern-Lehrer-Gespräch

Wir geben Ihnen Tipps für ein erfolgreiches Gespräch mit Lehrern über Ihr Kind:

Heutzutage werden Lehrer-Elterngespräche meist nur geführt, wenn ein dringender Grund dafür vorliegt. Dies können schlechte Noten oder Fehlverhalten des/der Schülers/in sein. Es wäre dagegen von Vorteil, Lehrer-Eltern-Gespräche bereits zu führen, bevor solche Probleme auftreten. So behielten Eltern einerseits einen Überblick über die Leistungen und das Verhalten ihres Kindes in der Schule und andererseits hätten sie die Möglichkeit, die Lehrkraft besser kennenzulernen. Denn je besser man einander kennt, desto besser versteht man sich. Auch wenn die Gespräche im Klassenraum an einem Tisch geführt werden, an dem man einander gegenübersitzt, ist man doch auf der gleichen Seite und zieht man am gleichen Strang. Man hat doch das gleiche Ziel: das Wohl des Kindes. Und es in Zusammenarbeit miteinander zu schaffen, dass es in der Schule erfolgreich ist und zu einem guten Menschen herangebildet wird.

Und diese zehn Punkte sollten Sie im Hinblick auf ein Gespräch mit dem Lehrer beachten:

1) Vereinbaren sie einen Termin
Lassen sie sich von Ihrem Lehrer einen Termin geben – am besten schriftlich. Gespräche zwischen Tür und Angel haben eher Nachteile. Der Lehrer kann es eilig haben oder ihn können gerade andere Probleme beschäftigen. Bei einem vereinbarten Termin dagegen wird er sich nur auf Sie und Ihr Kind konzentrieren.

2) Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor
Machen Sie sich vor dem Gespräch Notizen, welche Themen Sie mit der Lehrkraft besprechen wollen. Dazu können Sie ein Vorgespräch mit Ihrem Kind führen, um auch seine Betrachtungsweise mit einbeziehen zu können. Sie sollten sich auch vorher selbst Fragen stellen wie „Was ist mein Ziel bei diesem Gespräch?“, „Welche Lösungen erwarte ich?“.

3) Nicht vergessen: Ihr Kind sollte im Mittelpunkt stehen
Bei dem Gespräch sollte Ihr Kind im Mittelpunkt stehen. Ein Elterngespräch ist nicht der richtige Ort, um über die Kompetenz der Lehrkraft oder die Nachteile des Bildungssystems zu sprechen oder herumzudiskutieren. Man sollte auch Vorwürfe und besserwisserische Aussagen vermeiden. Denn wo es einen Gewinner und Verlierer gibt, ist das Gespräch nicht gelungen.

4) Treten Sie gegenüber dem Lehrer mit einer positiven Einstellung auf
Treten Sie gegenüber der Lehrkraft positiv auf. Zeigen Sie, dass Sie ihr vertrauen. Zeigen Sie ihre Anerkennung. Dazu können Sie ihr Kind fragen, was es denn an seinem Lehrer besonders mag – ein Sprichwort besagt: Ein gutes Wort bringt die Schlange aus der Höhle. Zeigen Sie Ihr Mitgefühl, indem Sie Sätze verwenden wie „Ich kann mir vorstellen, in welcher Lage Sie sich befinden“.

5) Suchen Sie nach Kompromissen
Versuchen Sie, Kompromisse einzugehen. Hören Sie sich die Sichtweise der Lehrkraft in Ruhe an. Gehen Sie nicht mit der Auffassung „mein Kind hat Recht, der Lehrer hat Unrecht“ zum Gespräch. Sie sollten zeigen, dass Sie die Kritik und die Vorschläge des Lehrers ernst nehmen, indem sie Fragen stellen wie „Wie sollte ich Ihrer Meinung nach vorgehen?“. Bitten Sie die Lehrkraft um konkrete Maßnahmen.


6) Schildern Sie klar, aber höfliche auch Ihre Sichtweise
Schildern Sie auch Ihre Sichtweise. Sätze, die mit „So wie ich das verstanden habe…“ oder „Meiner Meinung nach…“ beginnen, sind wichtig. Zögern Sie nicht, Ihre Gefühle und Sorgen zu zeigen. Sie können auch die Sichtweise ihres Kindes erwähnen.

7) Schildern Sie auch Persönliches, falls es zu Klärung beiträgt
Sie können auch familiäre Probleme wie die Krankheit eines Familienmitglieds oder die Trennung der Eltern ansprechen. Durch solche Informationen würde die Lehrkraft Ihr Kind und dessen Situation besser verstehen.

8) Geben Sie nie Versprechen, die Sie nicht halten können
Geben Sie nie der Lehrkraft gegenüber Versprechen, die Sie nicht halten können. Aussagen wie „Ich werde in Zukunft besser darauf achten, dass mein Kind seine Hausaufgaben erledigt“ sind besser als Aussagen wie „Bei der nächsten Klassenarbeit wird mein Kind eine bessere Note schreiben“.


9) Beziehen Sie Ihr Kind ins Gespräch mit ein
Wenn Sie es für nötig halten, können Sie Ihr Kind ins Gespräch mit einbeziehen. Nachdem Sie das Problem mit der Lehrkraft besprochen haben, kann es von Vorteil sein, das Kind bei den Lösungsvorschlägen mit einzubeziehen. Es wird die Vereinbarungen ernst nehmen.

10) Machen Sie sich Notizen
Machen Sie sich während des Gesprächs Notizen in Form eines kleinen Protokolls. So haben Sie vor allem die Vereinbarungen schriftlich. Falls Sie möchten, lassen Sie sich einen Folgetermin geben, um über die Auswirkungen der vereinbarten Maßnahmen zu sprechen. Durch regelmäßige Gespräche kann man eine gute Beziehung zu der Lehrkraft aufbauen. Davon wird am meisten Ihr Kind profitieren.
Nuran Kaya