Foto: Turkish Presidental Press Office/dpa

Die Türkei hilft dem isolierten Golfstaat Katar mit Lebensmitteln. Ein Schiff mit rund 4000 Tonnen Trockennahrung, Früchten und Gemüse an Bord habe am Donnerstag den Hafen in der westtürkischen Küstenstadt Izmir verlassen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Weitere arabisch-islamische Staaten schlossen sich der Blockade an. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den IS zu unterstützen. Sie werfen dem Golfstaat außerdem eine zu große Nähe zum Iran vor. Der schiitische Iran und das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft in der Region.

Anadolu zitierte zudem den türkischen Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci, wonach bereits mit 105 Frachtflugzeugen türkische Hilfe nach Katar gebracht worden sei. Der gasreiche Wüstenstaat importiert einen Großteil der Nahrungsmittel.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Sanktionen scharf kritisiert. Die Türkei und Saudi-Arabien wollen jetzt ihre Anstrengungen zur Lösung der Katar-Krise verstärken. Erdogan und der saudi-arabische König Salman wollten darüber am Rande des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli in Hamburg beraten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt in Ankara.

Auch Iran unterstütz Katar

Auch der Iran hat seinen Verbündeten und isolierten Nachbarstaat Katar mit Lebensmitteln versorgt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA wurden 460 Tonnen Lebensmittel, hauptsächlich Früchte und Gemüse, vom Dajer-Hafen in der südlichen Golfprovinz Buschehr nach Katargeschickt. Gleichzeitig haben fünf Maschinen der iranischen Fluggesellschaft Iran Air über 90 Tonnen Lebensmittel in das Emirat verfrachtet. Der Iran sei bereit weitere Hilfslieferungen zu schicken. Teheran hat Qatar Airways zudem auch den iranischen Luftraum für Flüge nach Europa und Afrika zur Verfügung gestellt.

dpa/dtj