Türkische Wirtschaft: Die türkische Notenbank hat den Leitzins vergangene Woche überraschend gesenkt. Der Schritt sorgt für heftige Debatten in der Türkei.
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Der Kurs des Euro ist am Dienstag leicht gestiegen. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1658 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1665 (Montag: 1,1639) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8573 (0,8592) Euro. Die türkische Lira gerät derweil immer weiter unter Druck.

Rückenwind bekam der Euro durch die Einigung der Unionsparteien CDU und CSU im Asylstreit. Am Markt hatten einige Anleger ein Auseinanderbrechen der Regierungskoalition befürchtet. Die Sorge vor politischem Stillstand in der Eurozone hatte die Gemeinschaftswährung belastet. «Das Schlimmste – ein Bruch der Regierung und Neuwahlen – wurde vermieden», sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. «Der deutsche Sommeralptraum 2018 scheint vorbei».

Türkische Lira unter Druck

Ein völlig anderes Bild zeigte sich bei der türkischen Lira, die im Tagesverlauf deutlich unter Druck geriet. Auslöser waren neue Inflationsdaten. In der Türkei hatte die Teuerung im Juni mehr als 15 Prozent betragen und erreichte damit den höchsten Stand seit 2003. Hohe Inflationsraten belasten oftmals den Wechselkurs, weil sie Investitionen bremsen können. In der Türkei kommt hinzu, dass Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt hat, die Geldpolitik künftig stärker beeinflussen zu wollen. Erdogan lehnt Zinsanhebungen, das klassische Instrument zur Inflationsbekämpfung, ab.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88350 (0,88650) britische Pfund, 129,09 (128,86) japanische Yen und 1,1573 (1,1563) Schweizer Franken fest. Der Preis für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1251,75 (1247,80) Dollar festgelegt.

dpa