Vor der türkischen Ägäisküste sind bei einem Schiffsunglück am Wochenende mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Ihr Schiff sei am Samstag auf dem Weg von der türkischen Provinz Çanakkale zur griechischen Insel Lesbos gewesen, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Küstenwache. In der Nähe von Ayvacık habe das Schiff einen Felsen gerammt und sei gekentert.

Unter den Opfern waren 18 Kleinkinder. Besonders das Bild eines Zweijährigen, dessen leblose Körper auf den Steinen lag und der Schnuller noch zu sehen war, ging unter die Haut. 75 Menschen wurden gerettet. Die Flüchtlinge stammten den Angaben zufolge aus Syrien, Afghanistan und Myanmar.

Die griechische Küstenwache und die europäische Grenzschutzagentur Frontex retteten am Wochenende insgesamt mehr als 400 Menschen aus der Ägäis. Zwei Schleuser wurden festgenommen, wie die griechische Küstenwache mitteilte, sie waren sich keiner Schuld bewusst.

Der Seeweg von der Türkei zu den vorgelagerte griechischen Inseln ist seit dem vorigen Jahr die Hauptroute von Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa. Mehr als 850 000 Menschen kamen 2015 auf diesem Weg, mehr als 52 000 sind es nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Anfang Januar. Seit Jahresbeginn kamen mehr als 200 Menschen ums Leben.