Der Wirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2015 tönt verhalten optimistisch. In einer Erklärung zu den kurzfristigen Aussichten der Industrieländer äußerten sich die Ökonomen des IWF zufrieden mit der Wachstumssituation in den USA und Großbritannien, das sich auch auf die globale Konjunktur positiv auswirke.

„Die Risikolage für die Weltwirtschaft ist weniger ausgeprägt seit unserem letzten Treffen“, heißt es in einer Erklärung, welche die dpa zitiert. Und: „Die kurzfristigen Aussichten für die Industrieländer, namentlich die Euro-Zone und Japan, haben sich in jüngster Zeit verbessert.“

Es blieben jedoch immer noch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, die den Ausblick auf das kommende Jahr und darüber hinaus trüben könnten.

Einer davon sind die Schwellenländer, deren Wachstum zum Teil zwar immer noch stark sei, die sich aber ungleichmäßig entwickeln würden und deren Wirtschaft noch stark anfällig sei für geopolitische Krisen oder Unwägbarkeiten auf den Rohstoffmärkten.

Weltweit rechnet der IWF den eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,5 und 2016 mit 3,8 Prozent. In den beiden Vorjahren lag dieser Wert stabil jeweils bei 3,4 Prozent. Bedingt durch die Ukrainekrise und die Ölpreisentwicklung werde in der Russischen Föderation die Wirtschaft 2015 um voraussichtlich 3,8 Prozent schrumpfen, obwohl die größten Schwierigkeiten überwunden zu sein scheinen. Auch Brasilien rutsche 2015 in die Rezession ab.

Für die Eurozone hat der IWF positive wie negative Nachrichten. Kurzfristig erhöhten die Ökonomen der internationalen Finanzinstitution zwar ihre Prognose und gehen von Wachstumsraten von 1,5 Prozent im aktuellen Jahr und 1,6 Prozent im Jahre 2016 aus – während der Euroraum 2013 eine Rezession erlebt und 2014 um nur 0,9 Prozent gewachsen war. Grund für diese Entwicklung, die besser als erwartet ist, ist zum einen, dass die Eurozone unerwartet stark vom niedrigen Ölpreis profitiert habe und dass die Zinssenkungen der EZB und ein deutlich verteuerter US-Dollar einen positiven Effekt auf die Absatzchancen von Produkten aus der Eurozone gehabt hätten.

Selbst jüngst gebeutelte Euroländer wie Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien verzeichnen dem IWF zufolge 2015 und 2016 ein ansehnliches Plus beim Bruttoinlandsprodukt. Nahezu überall in der Eurozone werde die Arbeitslosigkeit sinken.

Dennoch müsse diese sich, so der IWF, längerfristig auf ein schwaches Wirtschaftswachstum einstellen. Es gäbe keine Anzeichen dahingehend, dass sich die Konjunktur in der Region dauerhaft weiter verbessern werde.

Außerdem sei die Schuldenkrise noch lange nicht ausgestanden. Gerade Griechenland bereite weiterhin Sorgen, aber auch weitere Staaten in der Eurozone hätten mit massiven Problemen zu kämpfen. Haushalte seien überschuldet, Kredite flössen zu langsam, die Banken seien durch Altlasten verunsichert und die Krise in der Ukraine behindere die Entwicklung. Die Investitionen ließen auf sich warten, eine Verschärfung der Krise in Griechenland könne zu einer weiteren Erschütterung der Finanzmärkte führen.

Der Internationale Währungsfonds fordert die Nationalstaaten weltweit auf, mehr für Wirtschaftswachstum zu tun.