2266 t deutsches Gold lagern in Paris, New York und London

– Der Bundesrechnungshof hat von der Bundesbank eine genaue Bestandsaufnahme der rie-sigen im Ausland sowie regelmäßige Kontrollen gefordert. Die Bestände sollten in bestimmten Zeitabständen mit einer Stichprobeninventur vor Ort erfasst werden, mahnen die Rech-nungsprüfer in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages an, der am Montag be-kannt wurde. Die bei ausländischen Notenbanken gelagerten deutschen Reserven seien noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer „körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht“ geprüft worden.

Der Rechnungshof hatte im Auftrag des Bundestags ermittelt. Umstritten ist, ob die von der Bun-desbank seit Jahren geübte Praxis ausreicht, sich auf eine schriftliche Bestätigung durch ausländi-sche Notenbanken zu verlassen. Kritiker , die Bundesbank habe die Kontrolle über das Gold aus der Hand gegeben. In der aktuellen Krise dürfe es keinen Zweifel daran geben, dass die Bun-desbank auch physisch über ihr Gold verfügen könne.

„Ich bin nicht zufrieden, dass das Gold physisch in den USA lagert“, sagt der Bundestagsabgeord-nete Peter Gauweiler. Der -Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder hatte Anfang März in New York die deutschen Goldvorräte überprüfen wollen – was ihm aber verwehrt wurde.

Die Bundesbank kontert: „An der Integrität der ausländischen Lagerstellen gibt es … keinen Zwei-fel.“ Bei den Partnernotenbanken handle es sich um Adressen von allerhöchster Reputation und Bonität. „Zweifel an der Zuverlässigkeit entbehren jeder Grundlage und hätten erhebliche politi-sche Implikationen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesbank. Die Bundesbank genieße einen besonderen Immunitätsschutz. Eine Vermischung mit den Beständen Dritter sei ausgeschlos-sen. Mit den Unterlagen und den Verfahren sei der Nachweis über die ausgelagerten Goldbestände vollständig und nachvollziehbar erbracht.

Nach Angaben des Rechnungshofs will die Bundesbank dennoch in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Tonnen des bei der Federal Reserve Bank (FED) lagernden Goldes nach bringen, um es zu prüfen.

Deutschlands Reserven schwinden, behält sein Gold

Die Bundesbank besitzt – nach den USA – die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Ende 2011 wa-ren es 3396 Tonnen im Wert von 133 Milliarden . Nach dem Höhenflug des Goldpreises dürften es aktuell 143 Milliarden sein. Während der Krise verkaufte Deutschland ca. 32 % seiner Goldreserven. Verwahrt werden die Barren von der Bundesbank in eigenen Tresoren in Frank-furt/Main sowie zu großen Teilen im Ausland: Bei der US-Notenbank FED in New York, der fran-zösischen Nationalbank Paris und der Bank of England in London.

Die USA haben mit ca. 8.000 Tonnen die weltweit größten Goldreserven und konnten sie auch wäh-rend der Krise auf diesem Stand halten. Das Land mit den drittgrößten Goldreserven ist überra-schend das kriselnde Italien. Das wirtschaftlich angeschlagene EU-Mitglied verringerte seinen Goldschatz bislang aber nicht. Staaten wie China, Indien und Russland stockten seit 2006 ihren Goldbestand massiv auf. (dpa)