30 Prozent der Israelis wollen jüdischen Tempel wieder errichten

Bisher ging man davon aus, dass es für dieses konfliktträchtige Projekt nur wenig Unterstützung gibt. Der Tempel wurde im Jahr 70 nach Christus von den Römern zerstört. 45 Prozent sind nach einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ dagegen. 25 Prozent zeigten sich unentschlossen. Befragt wurden 523 Israelis. Doch eine Umsetzung dieses Projektes ist sehr unwahrscheinlich, da für einen Wiederaufbau des jüdischen Tempel der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee weichen müssten. Israel würde mit einem solchen Vorhaben auf erbitterten Widerstand der gesamten islamischen Welt treffen.

Dennoch setzen sich rechtsgerichtete Kreise in Israel seit Jahren dafür ein, dass Juden auf dem Tempelberg beten, religiöse Handlungen wie die Opferung von Tieren vornehmen und möglichst auch ihr Heiligtum wiederaufbauen dürfen. Juden beten seit Jahrhunderten an der Klagemauer, einem vermutlichen Rest des jüdischen Tempels. Allgemein herrscht innerhalb des Judentums jedoch die Meinung vor, dass der Wiederaufbau des Tempels erst nach der Ankunft des Messias geschehen dürfe.

Israel hatte Ost-Jerusalem 1967 erobert, jedoch dem Waqf – einer Art islamischer Stiftung – die Verwaltung des Tempelberges überlassen. (dpa/dtj)