Als Folge russischer Luftangriffe und einer Bodenoffensive des syrischen Regimes werden Tausende neue Flüchtlinge in der Türkei erwartet. Rund 50 000 Menschen seien aus dem Raum Aleppo Richtung Türkei unterwegs, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ unter Berufung auf den Vorsitzenden des „Rats syrischer Türkmenen“ Abdurrahman Mustafa.

Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde Afad sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie sei gegebenenfalls auf die Ankunft neuer Flüchtlinge vorbereitet. Eine genaue Einschätzung der Lage wollte der Sprecher nicht abgeben.

Betroffen wäre vor allem die Stadt Reyhanlı in der Grenzregion Hatay. Der Chef des Menschenrechtsvereins (IHD) in der Provinz Hatay, Mithat Can, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Situation in der Region sei schon jetzt schwierig. Die Menschen schliefen in Parks und die Gesundheitsversorgung sei massiv eingeschränkt. „Die Krankenhäuser arbeiten wie Werkstätten, eine Behandlung ist nicht möglich“, sagte er.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten vor einigen Tagen mit russischer Luftunterstützung einen Großangriff auf Rebellengebiete südlich von Aleppo begonnen. Die Türkei hat rund 2,2 Millionen Flüchtlinge alleine aus Syrien aufgenommen. (dtj/dpa)