Im Kindesmissbrauchsskandal hat die türkische Justiz schnell gehandelt und ein Urteil gefällt.

Der Lehrer Muharrem B., der in der zentralanatolischen Stadt Karaman zwischen den Jahren 2012 und 2015 des sexuellen Missbrauchs an mindestens zehn Kindern beschuldigt wird, wurde am Mittwoch in der ersten Verhandlung zu 508 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. B. wies vor Gericht die Anschuldigungen zurück. Er behauptete, Opfer einer Verschwörung gewesen zu sein. Er sei nicht homosexuell oder pädophil veranlagt, wie zuvor aus seinem Mund berichtet wurde. Stattdessen hätten sich die Kinder gegenseitig missbraucht und die Schuld auf ihn geschoben.

Vom Missbrauchsskandal in Karaman sollen insgesamt 45 Kinder betroffen sein. Der Skandal fand in Unterkünften der Ensar-Stiftung sowie von KAIMDER statt. Die AKP-Regierung versuchte zunächst, die ihr nahe stehenden Einrichtungen zu schützen, schwenkte dann aber um. Auch hat das Gericht eine Ausweitung der Ermittlungen abgelehnt.

Mit dem ungewöhnlich schnellen Urteil im Fall soll der Skandal offensichtlich schnell zu den Akten gelegt werden und von der Tagesordnung verschwinden.

Die oppositionelle MHP forderte zuletzt, pädophile Straftäter kastrieren zu lassen.