Ungeachtet einer einseitigen Feuerpause gehen im Bürgerkriegsland Jemen die Kämpfe weiter. Wie Bewohner verschiedener Regionen der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, beschossen die aufständischen Huthi-Rebellen vor allem im Süden des Landes Stellungen der Anhänger von Exilpräsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Angriffe wurden unter anderem nahe der Städte Tais und Lahidsch gemeldet.

Ein von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis hatte um Mitternacht (Ortszeit) einseitig eine fünf Tage lange humanitäre Feuerpause verkündet. Durch die Kämpfe und Luftangriffe steht das bitterarme Land vor dem Kollaps. Nahrung, Medizin und Treibstoff sind knapp. Erste Seuchen breiten sich aus. Die aufständischen Huthi-Rebellen lehnten die angebotene Waffenruhe jedoch ab.

Im Jemen bekriegen sich seit Monaten schiitische Huthis und ihre Verbündeten mit Anhängern des sunnitischen Exilpräsidenten Hadi, der Ende März nach Riad floh. Seitdem bombardiert eine vom Nachbarland Saudi-Arabien angeführte Koalition Stellungen der Rebellen aus der Luft. Immer wieder sterben aber auch unbeteiligte Zivilisten, weil die Bomben beispielsweise Häuser treffen. (dtj/dpa)