700 Jahre Wüste

Diese Vorhersage stammt vom Generaldirektor der TEMA-Stiftung für den Naturschutz, Serdar Sarigül, gegenüber der Anadolu-Agentur. Fast zwei Drittel des Bodens in der besteht aus dürren und halbdürren Gebieten und man hat in den letzten 50 Jahren ein Gebiet von nur 4 Millionen Hektar retten können. „Wenn wir weiter mit dieser Geschwindigkeit die Erosion und Desertifikation bekämpfen, können wir erst in etwa 700 Jahren die restlichen 57,6 Millionen Hektar retten“, warnte Sarigül.
In den letzten Jahren sei im Zusammenhang mit der Klimaänderung eine Ausbreitung der dürren Gebiete in Richtung des westlichen Inneranatoliens zu beobachten. Die halbdürren Gebiete in der Konya-Ebene, die von Desertifikation bedroht sind, verbreiten sich Sarigüls Aussage nach in Richtung des östlichen Mittelmeergebiets.

Auch die Erosion spielt beim Erdverlust eine enorm wichtige Rolle. Drei Viertel des türkischen Bodens sind heftig bis sehr heftig von Erosion bedroht. Betroffen sind 59% des Ackerlands, 64 % des Weidelands und 54 % des Waldlandes.
Auch die Verminderung des Niederschlags aufgrund der Veränderungen im Klima wird drastische Auswirkungen haben. Die Berechnungen des Niederschlags auf landwirtschaftliche Gebiete bis zum Jahr 2070 variieren. Einige Forschergruppen gehen von einer Senkung zwischen 5 und 25 % aus. Andere rechnen mit einer Niederschlagsverminderung von 25 bis 50 %. Mit der Erhöhung der Temperatur um 2,5 bis 3 Centigrad in nördlichen, 3 bis 3,5 in südöstlichen und 3,5 bis 4 in westlichen Gebieten der Türkei erwarten Experten eine anhaltende Dürreperiode, die die Vernichtung der Flora, die Verminderung der landwirtschaftlichen Produktion und der biologischen zur Folge haben könnte.