Adnan Oktar dürfte so schnell nicht aus dem Gefängnis kommen. Foto: Archiv

In der Türkei ist der umstrittene Fernsehprediger Adnan Oktar zu 1075 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt worden.

Ein Gericht in Istanbul befand Oktar am Montag unter anderem wegen Unterstützung einer bewaffneten Terrororganisation, Spionage und sexuellen Kindesmissbrauchs für schuldig. In dem Prozess mit einer Anklageschrift von 4000 Seiten waren neben ihm 235 weitere Menschen angeklagt.

Der Fernsehprediger war durch eine Show auf seinem Kanal A9 bekannt geworden. Dort umgab er sich größtenteils mit jungen, größtenteils schönheitsoperierten Frauen, die er seine „Kätzchen“ nannte und für sich tanzen ließ.

Als „Harun Yahya“ gegen Darwinismus

Er veröffentlichte in den Jahren davor unter dem Pseudonym Harun Yahya zudem zahlreiche Bücher. In diesen Büchern setzte er sich für die wortwörtliche Auslegung der Schöpfungsgeschichte (Kreationismus). Die Evolutionstheorie von Darwin lehnte er hingegen entschieden ab. Die Bücher wurden in den 90er Jahren von Milli Görüş in Deutschland vertrieben.

Oktar wurde außerdem wegen Freiheitsberaubung, Quälerei, der Gründung und Leitung einer kriminellen Organisation und in insgesamt 34 Missbrauchsfällen schuldig gesprochen – sieben davon im Zusammenhang mit Kindern.

Oktar war im Sommer 2019 verhaftet worden. Die Polizei führte Razzien bei seinem Sender und in seinen zahlreichen Unternehmen durch, die mit dem Prediger in Verbindung gestanden haben sollen.

dpa/dtj