Der Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, steht am 28.08.2013 auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Leipzig (Sachsen) auf einem Balkon mit dem Parteilogo.

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist die jüngste Partei Deutschlands, ihre Parteitage sehen allerdings eher aus wie ein Seniorentreff. So dachte sich der Parteivorstand um Bernd Lucke, eine Jugendorganisation könnte junge Wähler überzeugen.

Kein schlechter Gedanke. Dass Theorie und Praxis allerdings nicht unbedingt das Selbe sind, hatte die Partei nicht bemerkt. Benjamin Nolte, ein beim Verfassungsschutz bekannter rechter Burschenschaftler, ist stellvertretender Vorsitzender der Jugendorganisation einer Partei, die seit ihrer Gründung nicht aus der rechten Ecke herauskommt.

AfD grenzt sich nicht gegen rechts ab

Davon will die Junge Alternative (JA), so der Name des AfD-Nachwuchsvereins, nichts wissen. Der AfD-Pressesprecher Christian Lüth wiegelte auf Nachfrage der taz ab und verwies auf das ungeklärte Verhältnis zu der Jugendorganisation. Allerdings gelte grundsätzlich: „Die AfD lehnt rechtsradikales Gedankengut entschieden ab. Mitglieder, denen ein solches Gedankengut nachgewiesen werden kann, werden unverzöglich aus der Partei ausgeschlossen.“

Doch auch wenn sich Parteichef Lucke „bis zur Ermüdung von rechtsextremistischen Strömungen“ abgegrenzt haben möchte, ist Nolte der Beweis, dass die AfD weiterhin am rechten Rand fischt. In seiner Funktion als Bundesvorstand ist Nolte für die Mitgliederbetreuung der JA zuständig.

Außerdem soll er den Aufbau der JA-Akademie überwachen. Die Akademie soll der politischen Fortbildung Jugendlicher dienen und befindet sich bei Nolte nnun in äußerst fragwürdigen Händen.

„Bananen-Nolte“ an rassistischem Skandal beteiligt

Nolte war maßgeblich an einem politischen Skandal während eines Treffens des Dachverbands Deutsche Burschenschaften (DB) 2009 in Eisenach beteiligt. In der Funktion des DB-Obmanns für Politik und Kultur überreichte er der Kölner Burschenschaft Alemannia eine Banane. Die Kölner hatten zuvor versucht mit einem dunkelhäutigen Mitglied in den Saal einzumarschieren, wurden aber von der rechtsradikalen Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) daran gehindert.

„Bananen-Nolte“, wie der mittlerweile 31-Jährige in Burschenschaftskreisen genannt wird, trat zwar als Folge des Eklats in Eisenach von seinem Posten in der DB zurück Das änderte aber nichts an seinem Weltbild. Nolte wechselte von der Aachener Burschenschaft Libertas zu der im bayrischen Verfassungsbericht 2013 als rechtsextrem eingestuften Danubia-Verbindung nach München.

Im Haus der Burschenschaft gingen in den vergangenen Jahren führende Mitglieder der NPD ein und aus. Der Holocaust-Leugner Horst Mahler durfte ebenso Vorträge halten wie Jürgen Schwab, der Chefideologe der NPD.

JA positioniert sich rechts von der AfD

Die JA positioniert sich rechts von der AfD und machte zuletzt mit der Einladung des europafeindlichen Rechtsaußen Nigel Farage von der United Kingdom Interdependence Party (UKIP) von sich reden. Parteichef Lucke hatte sich zuvor gegen die Einladung des Briten ausgesprochen.