Im Osten nichts Neues: Die AfD Sachsen hat Mesut Özils Reise nach Mekka kritisiert. Seine „öffentlichkeitswirksame“ Pilgerfahrt sei ein „antipatriotisches Signal“. Für die AfD-Vorsitzende des Kreises Mittelsachsen, Andrea Kersten, ist es eine „verkehrte Welt“, dass „Özil privat nach Mekka pilgert, ein Bild von sich vor der Kaaba postet, das Millionen Likes bekommt, und dafür in vielen Medien, allen voran dem Tagesspiegel, gefeiert wird“.

Im Tagesspiegel schrieb Sonja Álvarez vor einer Woche, Özil wollte „die Welt an seinem Besuch in Mekka teilhaben lassen“ und habe damit „als deutscher Nationalspieler womöglich auch ein Zeichen für mehr Verständigung und Integration setzen“ wollen.

Für die sächsische Landtagsabgeordnete Kersten hingegen wird damit „eine Ideologie hofiert“, in der es „keine Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt, in der Homosexuelle mit dem Tod bedroht werden und in der Ehrenmorde zum guten Ton gehören“. Doch damit nicht genug, handele es sich darüber hinaus um eine Gesinnung, „in der Christen und Juden nur Menschen zweiter Klasse sind, in der die Scharia über der Demokratie, in deren Namen immer wieder Völkermorde begangen wurden und in deren Namen gerade jetzt Tausende Menschen versklavt, gefoltert, vergewaltigt und getötet werden“, wird Kersten von der Tageszeitung Die Welt zitiert.

Am 22. Mai hatte der deutsche Nationalspieler Mesut Özil in sozialen Medien ein Foto seiner Pilgerreise nach Mekka gepostet, das ihn in traditioneller Kleidung vor der Kaaba zeigt, und damit Aufsehen erregt. Allein auf Facebook wurde das Foto mittlerweile 2,2 Millionen mal geliked, an die 118.000 mal geteilt und über 50.000 mal kommentiert. Özil war kurz vor der EM im Rahmen der kleinen Pilgerfahrt Umra nach Mekka gereist.