ARCHIV: Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry (r) und der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek (l), reichen sich am 23.05.2016 in Berlin zu Beginn des Treffens die Hände. Die Generalsekretärin des ZMD, Nurhan Soykan (M), verfolgt die Szene. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat sich am Montag in Berlin zu einem Streitgespräch mit führenden Mitgliedern der islamkritischen AfD getroffen. FOTO: Kay Nietfeld/dpa

Wenn es nach der AfD ginge, würden in deutschen Moscheen in Zukunft nur noch Laien predigen. In einem am Montag veröffentlichten Papier mit dem Titel «Der Islam als politische Herausforderung» beklagt die Partei einerseits, dass in vielen Moscheen Imame aus dem Ausland predigen. Gleichzeitig fordert sie, die neuen Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Universitäten wieder abzuschaffen.

«Die AfD verlangt, eine standesamtliche Eheschließung vor jeder religiösen Trauung rechtlich wieder für verbindlich zu erklären», heißt es in dem Papier weiter. Für Paare, bei denen ein Partner minderjährig ist, gilt das sogenannte Voraustrauungsverbot allerdings schon jetzt. Es war im Juli wieder eingeführt worden – als Teil eines Gesetzes zum Verbot von Kinderehen. Imame, die dagegen verstoßen, müssen ein Bußgeld zahlen. Auch in muslimischen Ländern, wie der Türkei ist eine religiöse Trauung vor der offiziellen Eheschließung bereits seit Jahren verboten. 

In ihrem Positionspapier schreibt die AfD außerdem, der Islam sei aus ihrer Sicht keine Religion, sondern eine «religiös-politische Doktrin». Damit folgt sie im Prinzip dem Islamverständnis radikaler Gruppen wie der Muslimbruderschaft. Gleichzeitig hält die AfD fest, dass «die Mehrheit der Muslime in Deutschland rechtstreu und integriert lebt und Teil unserer Gesellschaft ist».

Die AfD bekräftigt mit ihrem Papier kurz vor der Wahl eine Position, die im vergangenen Jahr bereits Eingang in das Grundsatzprogramm der Partei gefunden hatte. Auch darin stand bereits der Satz: «Der Islam gehört nicht zu Deutschland.»