Sabiullah Mudschahid, Sprecher der Taliban, auf einer Pressekonferenz in Kabul. Foto: -/Kyodo/dpa

Mit der Türkei wollen die Taliban zeitnah eine enge Zusammenarbeit beginnen. Das sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der staatlichen Nachrichtenagentur. Die Hintergründe.

„Das türkische Volk und der Staat sind unsere Freunde. Es gibt sehr viele Gründe dafür, dass unsere Freundschaft bestehen bleibt“, sagte Mudschahid in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu der Türkei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte bereits zuvor erklärt, sein Land wolle den Taliban beim Aufbau von Infrastruktur in Afghanistan behilflich sein.

„Am Glauben der Taliban hat die Türkei nichts auszusetzen. Ich denke, wir können uns besser verstehen“, sagte er vor einigen Wochen und sorgte in der Türkei für heftige Diskussion. Die Türkei hat ihre Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Während andere Länder ihre diplomatischen Vertretungen in Kabul geschlossen haben, ist die türkische Botschaft weiter offen.

Taliban-Führer Achundsada in Afghanistan aufgetaucht

Der bislang als verschollen geltende Taliban-Führer Haibatullah Achundsada befindet sich nach Angaben des Sprechers der Islamisten in Afghanistan. „Haibatullah Achundsada führt derzeit Gespräche in Kandahar“, sagte Mudschahid.

Nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August war der Vize-Chef der Bewegung, Mullah Abdul Ghani Baradar, in Afghanistan eingetroffen. Der Aufenthaltsort von Achundsada war bislang nicht bekannt.

Internationale Hilfen eingestellt

Die Taliban würden den Zugriff auf blockiertes Geld im Ausland fordern, kündigte Mudschahid zudem an. Nach Gründung der neuen Regierung werde man die finanzielen Probleme allmählich lösen, Afghanistan verfüge über eigene Einnahmequellen, sagte er.

Die Taliban haben auf Geldreserven im Ausland derzeit keinen Zugriff. Internationale milliardenschwere Hilfszusagen liegen auf Eis.

dpa / dtj