Die türkische Regierung geht weiterhin gegen Gülen-Anhänger in aller Welt vor. Zuletzt wurde eine Gülen-nahe Schule im afghanischen Herat von den hiesigen Sicherheitskräften eingenommen. Nun soll die Schule der türkischen Maarif-Stiftung übergeben werden. Die Hintergründe. 

Die afghanische Regierung hat Gülen-nahe Schulen im Land offenbar zwangsweise an eine Erdogan-nahen Stiftung übergeben. Dies berichtet die afghanische Nachrichtenseite Tolo News auf ihrer englischsprachigen Webseite. Auch die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei, Anadolu Ajansi (AA), berichtet von der Zwangsübernahme. Die afghanischen Sicherheitskräfte hätten nach einer Gerichtsentscheidung die Gülen-nahe Schule in der Stadt Herat gestürmt und die Schule eingenommen. Laut AA sollen die Schulen nun der Erdogan-nahen Stiftung Maarif übergeben werden.

Schüler protestieren gegen Zwangsübernahme

Auch auf Twitter hat sich bereits ein Hashtag zum Thema etabliert. Unter dem Hashtag  werden Bilder und Videos geteilt, welche die Ereignisse an den Gülen-nahen Schulen der Afghan-Turk ÇAĞ Educational (ATCE) Stiftung in Harrat zeigen. Auf den Videos sieht man wie Schüler gegen die Übernahme protestieren und wie die afghanischen Streitkräfte durchgreifen. Einige Schüler sollen bei den Ereignisse festgenommen worden sein. Laut Tolo News gibt es dazu bislang keine detaillierteren Informationen.

 

Türkei versucht Gülen-Schulen zu übernehmen

Die sogenannten Afghan-Turk Schulen sind im Land sehr beliebt. Vor allem die Qualität des Schulprogramms stößt auf großes Interesse. Bereits vergangenes Jahr gab es Spekulationen darüber, dass die Türkei die afghanische Regierung um eine Übergabe der Schulen gebeten habe. Hierauf kam es zu Beginn dieses Jahres zu einem Pakt zwischen der Türkei und Afghanistan, wonach 12 Gülen-nahe Schulen an die Maarif-Stiftung übergeben sollen.

Türkei geht gegen Gülen-Anhänger vor

Dieser Pakt der Türkei ist im Rahmen des Vorgehens gegen die Bewegung um den muslimischen Gelehrten Fethullah Gülen zu verstehen. Die türkische Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, den Putschversuch im Jahr 2016 organisiert zu haben. Bislang konnte die türkische Regierung allerdings keine Belege für diesen Vorwurf liefern und andere Staaten von ihrer eigenen Theorie überzeugen. Auch Fethullah Gülen selbst weist die Vorwürfe strikt zurück.