Die Überzeugung, dass Afrika sich auf dem besten Weg befindet, vom Armenhaus der Welt zum Kontinent der Chancen zu werden, scheint sich auch im deutschen Mittelstand immer mehr zu festigen.

Dieser Trend spiegelt sich auch beispielsweise in der jüngst vorgelegten Studie „Marktchancen Afrika 2015“ wieder, in welcher der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft e.V., die offizielle Außenhandelsgesellschaft des Bundeswirtschaftsministeriums, Germany Trade and Invest (GTAI) und die Agentur Rödl & Partner die attraktivsten Märkte Afrikas vorstellen.

In dieser Studie wird deutlich gemacht, dass Afrika auch im Jahr 2015 eine der wachstumsstärksten Regionen der Welt bleiben werde.

Besonders die bereits seit einigen Jahren als Standorte auf dem südlichen Kontinent etablierten Volkswirtschaften Südafrika, Nigeria und Ghana seien demnach auch für deutsche Mittelständler interessant. Zu den Aufsteigern zählen jedoch auch Mosambik und Tansania.

„Deutsche Unternehmen nutzen zunehmendGeschäftschancen in Afrika“, heißt es entsprechend auch in einer Erklärung des Afrikavereins. „MangelndeInformationen über die entsprechenden Märkte halten viele Unternehmen jedochoftnochzurück.“ Die StudieMarktchancen Afrika 2015 solle diesen bei der Auswahl des richtigen Marktes helfen. Sierichte sich vor allem an Unternehmen, aberdurchausauchandie deutsche Politik, der sie ermögliche, potenzielle Schwerpunkte ihrer Afrikapolitik zu identifizieren.

Hohe Wachstumsraten, viel an Dynamik

Die ersten zehn Plätze belegen in der Standortbewertung der Studie zufolge die Länder Südafrika, Nigeria,Ghana, Marokko, Algerien, Angola, Tunesien, Ägypten,Mosambik und Tansania. Auf diese wird in dem Konvolut auch entsprechend der hauptsächliche Fokus gelegt. Zudem werden mit Äthiopien, Côte d’Ivoire, Kenia und Namibia noch vier weitereLänder vorgestellt, die zu den Top-20 gehören, aber in künftigen Wertungen durchaus den Sprung unter die ersten Zehn schaffen könnten.

„Afrika bietet mit seinen 54 Ländern eine große Vielfalt“, betonte RA Christoph Kannengießer, der Geschäftsführer des Afrikavereins, anlässlich der Vorstellung der Studie. „Mit den vier ‚Zukunftsmärkten‘ stellen wir Volkswirtschaften aus der zweiten Reihe vor, die sich in dennächsten Jahren vermutlich deutlich schneller entwickeln werden als andere Märkte. Daherlohnt schon jetzt ein genauer Blick auf diese Länder.“

Hohe Wachstumsraten, steigende Investitionenaus dem Ausland, sich dynamisch entwickelndeBranchen, auch außerhalb des Rohstoffsektors, sowie insgesamtverbesserte Rahmenbedingungen schaffen, so heißt es im Vorwort zur Studie, ein großesökonomisches Potenzial. Nach den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) könne mit Blick auf das zurückliegende Jahr von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts(BIP) von rund 5 Prozent ausgegangen werden. Für 2015 sei mit einer Steigerung des BIP auf knapp 6 Prozent zu rechnen

Deutsche Unternehmen in Afrika zufrieden

Die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) fürden gesamten Kontinent lagen im Jahr 2013 bei 57 Mrd. US$und werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterwachsen.

Auch die Ebola-Epidemie in Teilen Westafrikas konnte der Entwicklung keinen Abbruch tun. Wie eine Umfrage des Afrikavereins unter in Afrika tätigen deutschen Firmen ergab, erwarten 88 Prozent der befragten Unternehmen keine oder nur geringe Auswirkungen der Ebola-Seuche auf ihre Geschäfte.

Die in Afrika tätigen deutschenFirmen seien zudem mit ihrer Geschäftslageauf dem Kontinentmehrheitlich zufrieden.Die aktuellen Bedingungen für das Afrikageschäft bezeichneten 47,1Prozent der Unternehmen als gut undebenfalls 47,1Prozent als befriedigend.

„DasGeschäftsklimafür ausländische Firmenhat sichin vielen afrikanischen Staatengegenüber demVorjahr noch einmaldeutlich verbessert“, betonte der Vereinsvorsitzende Stefan Liebing.

Die Studie „Marktchancen Afrika 2015 basiert auf einer Befragung von 53 deutschen in Afrikatätigen Unternehmen sowie der Auswertung ökonomischer Kenndaten wie z.B. demBruttoinlandprodukt und dem Außenhandel. Sie erschien in diesem Jahr bereits zum dritten Mal und ist überden Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft zu beziehen.