Afrika wird zum Zukunftsmarkt – auch für die deutsche Wirtschaft

Es ist zwar bislang nur die Rede von steigendem Interesse für Afrika, denn 2012 exportierte Deutschland in den gesamten Kontinent Waren im Wert von lediglich 21 Milliarden Euro und die Importe machten auch gerade mal 23 Milliarden Euro aus. Hohe Werte mögen dies nicht sein, doch auch schon an ihnen lässt sich Afrikas Aufstieg erkennbar machen, denn die Zahlen bedeuten auch, dass Deutschlands Exporte 2012 im Vorjahresvergleich um 5 und die Importe um 8 Prozent gestiegen sind: Wachstumszahlen, die Hinblick auf Europas wirtschaftliche Rezession sogar fast traumhaft erscheinen.

Bislang wurde der Kontinent wie kein anderer mit Armut, Not, Krieg und Misswirtschaft assoziiert. Aber mittlerweile führt kein Weg mehr an der Erkenntnis vorbei: Afrika wächst rasant. Nach 4,8 Prozent in diesem Jahr soll die Wirtschaft 2014 sogar um 5,3 Prozent wachsen. Das geht aus einem Bericht der UNO sowie der OECD hervor. „Afrika verändert sich schnell. Ein Viertel der Länder der Region ist um sieben Prozent oder mehr gewachsen”, sagte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs bei der Vorstellung des Berichts.

„Es liegt auch mit an uns, ob Afrikaner Kunden, Partner oder Flüchtlinge werden“

Deutschland hat sich lange Zeit gelassen mit ernstgemeinten wirtschaftlichen Aktivitäten in Afrika, nun sei der Kontinent allerdings bereit. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel sieht in Afrika großes Potenzial und sagte bei einer Veranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Afrikanischen Union (AU) in Berlin: „Es liegt auch mit an uns, ob Afrikaner Kunden, Partner oder Flüchtlinge werden.“ Bis 2040 wird es in Afrika einen großen Markt geben. Es werden 1,2 Milliarden Menschen auf dem Kontinent leben.

In einer Umfrage bestätigt jedes fünfte deutsche Unternehmen, das im Ausland tätig ist, dass es ein Engagement in Afrika prüft. Afrika wird attraktiver, auch wenn der Kontinent nach wie vor unter ungleichem Wachstum leidet. Armut und Ungerechtigkeit können jedoch am besten durch eine intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit bekämpft werden. Für die deutsche Industrie ist Afrika jedenfalls ein wichtiger Absatzmarkt. Ähnlich sehen das übrigens auch türkische Unternehmen, die längst auf dem Schwarzen Kontinent tätig sind.