Mehmet Ali Ağca, der 1981 versucht hatte, den damaligen Papst Johannes Paul II. zu ermorden, wurde drei Tage nach seinem überraschenden Besuch am Grabmal des 2005 verstorbenen katholischen Kirchenoberhauptes, aus Italien ausgewiesen.

Am 27. Dezember war der 56-jährige frühere Rechtsextremist in Haft genommen worden, weil er ohne gültige Reisepapiere eingereist war. Am heutigen Dienstag verließ er das Land, nachdem der Antrag, ihn im Zusammenhang mit dem Verschwinden der damals 15-jährigen Emanuela Orlandi zu inhaftieren und zu befragen, abgelehnt worden war.

Ağca hatte während der Verbüßung seiner Haftstrafe im Zusammenhang mit dem Papstattentat immer wieder betont, Orlandi, die Staatsbürgerin des Vatikans war, von bulgarischen Agenten der „Grauen Wölfe“ gekidnappt worden wäre. Dieser Gruppierung gehörte Ağca auch selbst an. Beweise für diese Behauptung hatte er jedoch nie präsentiert.

Ağca, der mittlerweile als gläubiger Katholik auftritt, war es vom Vatikan gestattet worden, Rosen am Grabmal Papst Johannes Pauls II. niederzulegen, ein Treffen mit Papst Franziskus wurde ihm jedoch verwehrt. Der Vatikan betrachtet Ağca eher als publicitysüchtigen Verwirrten.

Der frühere Papstattentäter soll auch in andere Verbrechen verwickelt gewesen sein, unter anderem die Ermordung des früheren „Milliyet“-Chefredakteurs Abdi İpekçi im Jahre 1979. Er gab im Zusammenhang mit dem Papstattentat erst an, alleine gehandelt zu haben. Später beschuldigte er jedoch den bulgarischen und sowjetischen Geheimdienst, Johannes Paul II. wegen dessen antikommunistischer Haltung nach dem Leben getrachtet zu haben.