Altan-Brüder
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Rund zwei Wochen nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft ist der prominente türkische Journalist Ahmet Altan in einem anderen Verfahren erneut schuldig gesprochen worden. Ein Istanbuler Gericht habe Altan wegen Terrorpropaganda und Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu fünf Jahren und elf Monaten Haft verurteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch.

Altan ist früherer Chefredakteur der inzwischen geschlossenen Zeitung «Taraf». Er war bereits am 16. Februar, dem Tag der Haftentlassung des deutsch-türkischen «Welt»-Journalisten Deniz Yücel, wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ebenfalls zu lebenslänglich verurteilt wurden sein Bruder, der Ökonomieprofessor und Autor Mehmet Altan, die Journalistin Nazli Ilicak und drei weitere «Taraf»-Mitarbeiter.

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Die Altan-Brüder und Ilicak waren kurz nach dem Putschversuch vom Juli 2016 festgenommen worden. Die türkische Regierung macht die Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich.

Im Januar hatte das türkische Verfassungsgericht die Freilassung von Mehmet Altan angeordnet – ein Gericht in Istanbul blockierte diese jedoch.

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