Der „Ak Saray“, neuer Sitz des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, hat mit seinen über 1150 Zimmern eine monatliche Stromrechnung von 1.140.000 Millionen TL (ca. 400.000 Euro). Allem Anschein nach nimmt es Präsident Erdoğan jedoch nicht allzu ernst mit der Rechnung. Er hat im letzen Monat 106.000 TL (ca. 38.000 Euro) zu wenig gezahlt. „Dieser Bau verkörpert höchstens Verschwendung, die Sucht nach Macht und seine Angst“, empört sich der stellvertretende Generalsekretär der oppositionellen CHP (Cumhuriyet Halk Partisi), Ali Demirçalı. „Ich suche nach einem mutigen Beamten, der den Strom des Palasts abstellt und die Bevölkerung von diesem Übel befreit“, äußert Demircali weiter.

Auch die Architektenkammer in Ankara (Türk Mühendis ve Mimar Odaları Birliği-TMMOB) war schockiert über die enorme Geldverschwendung im Ak Saray. So belaufen sich die Kosten der Fenster auf mindestens 700 Millionen TL. Die Fenster des neues Staatssitzes wurden eigenst aus Europa importiert. „Mit diesem Geld könnte man ein 1.000 Quadratmeter großes Frauenhaus bauen“, kritisiert Tezcan Karakuş Candan von der Architektenkammer und verweist auf die erst kürzlich auf brutalste Weise ermordete Studentin Özgecan Aslan.

Unterdessen wurde bekannt, dass das Personal im neuen Präsidentenpalast befragt wurde um rauszufinden, wer die Informationen über den Stromverbrauch weitergegeben hat. Demirçalı hingegen hat bekannt gegeben, dass er die Informationen nicht vom Personal des Ak Saray bekommen hat.