Die Gesprächsrunden zwischen Regierung und Teilen der Opposition in der Türkei dauern an. Themen sind vor allem die Folgen des Putschversuchs und eine neue Verfassung.

Ministerpräsident Binali Yıldırım (AKP) informierte bei dem Treffen am Montag, zu dem die pro-kurdische HDP erneut nicht eingeladen wurde, die Vorsitzenden von CHP und MHP über den Zwischenstand beim Vorgehen der Regierung gegen die Hizmet-Bewegung um Fethullah Gülen.

Die AKP und Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan machen Gülen für den Putschversuch verantwortlich und gehen rigoros gegen tatsächliche und vermeintliche Anhänger vor. Gülen streitet die Vorwürfe vehement ab und fordert eine internationale Untersuchungskommission.

Kemal Kılıçdaroğlu (CHP) erklärte, dass in Zukunft ein Auge auf die anderen religiösen Gemeinden in der Türkei geworfen werden müsse und diese keineswegs bevorzugt behandelt werden dürften, nur weil jetzt Hizmet-Anhänger aus dem Staatsapparat entfernt würden. Man müsse aus den „Fehlern der Vergangenheit“ lernen. Auch sei es nicht richtig, die HDP aus den Gesprächen auszuschließen. „Schließlich haben sechs Millionen Menschen sie gewählt“, so der CHP-Chef.

Außerdem schlug Kılıçdaroğlu vor, die Yavuz Sultan Selim-Brücke in Istanbul in Atatürk-Brücke umzubenennen. Wegen der Namensgebung hatte es vor drei Jahren eine umfassende Debatte gegeben, da sich vor allem die Aleviten am Namen des osmanischen Sultans störten. Yıldırım stehe diesem Vorschlag allerdings eher reserviert gegenüber, hieß es aus Regierungskreisen. Es ist daher davon auszugehen, dass es keine Änderung geben wird.

Die Yavuz Sultan Selim-Brücke ist die dritte Brücke über dem Bosporus und soll am 26. August feierlich eingeweiht werden. Vor kurzem war bereits die Bosporus-Brücke in der Millionenmetropole umbenannt worden.