Arabische Touristen fühlen sich in Istanbul besonders wohl.
Arabische Touristen fühlen sich in Istanbul besonders wohl.

Immer mehr arabische Touristen besuchen die Türkei, aber vor allem Istanbul. Doch warum entscheiden sie sich gerade für diese Stadt? Was denken sie über die Türken? Und was denken die Araber in der Türkei übereinander?

Warum besuchen Araber die Türkei?

In Istanbul fühlen sich die Touristen sicher, die Stadt vermittelt ein heimatliches Gefühl. Die Mischung aus Europa und Orient macht die Stadt zu etwas Besonderem. Außerdem gefällt es ihnen, den Gebetsruf zu hören und ihren religiösen Pflichten ohne Einschränkungen nachkommen zu können. Besonders gefallen ihnen die Fünf-Sterne-Hotels am Bosporus. Zudem können sie sich sorglos an den Halal-Produkten bedienen. Am liebsten essen sie Iskender, Kumpir oder Simit. Ihre Lieblingsnachspeise ist selbstverständlich Baklava, am besten mit Eiscreme. Neben Istanbul besuchen sie zudem gerne Bursa, Bolu, Abant, Yalova und Trabzon. Die asiatische Seite Istanbuls besuchen sie hingegen so gut wie gar nicht.

Die beliebtesten Straßen und Sehenswürdigkeiten in Istanbul

Die beliebteste Straße in Istanbul ist – wie könnte es auch anders sein – die Istiklal-Straße in Taksim. Eines der beliebtesten Sehenswürdigkeiten ist der Topkapı-Palast, vor allem die islamischen Sammelstücke, die Juwelen und Teile des Harems werden gerne besichtigt. Eine Bosporus-Tour darf natürlich auch nicht fehlen. Zudem ist das Shopping im İstinye-Park und in der Cevahir Mall gang und gäbe. Nahezu jeder Araber kennt sie und weiß, welche Geschäfte hier zur Verfügung stehen. Büyükada ist die größte und auch noch die beliebteste aller Prinzeninseln bei den Arabern. Die Sultanahmet-Moschee und der Große Basar, auch ägyptischer Basar genannt, stehen ebenfalls unter den Top 10 der Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Die Neue Moschee und der Gewürzemarkt in Eminönü müssen ebenfalls mindestens einmal besucht werden. Und schließlich lässt man sich abends auf keinen Fall die tanzenden Derwische im Hocapaşa entgehen.

Die arabischen Touristen bevorzugen alle unterschiedliche Ziele

Die arabischen Touristen sind keine homogene Gruppe. Sie werden in drei Kategorien aufgeteilt: die aus den Golfstaaten, die aus dem Nahen Osten wie aus dem Libanon, Jordanien oder Palästina oder die aus Nordafrika. Ein großer Teil der Touristen aus den Golfstaaten behauptet, sich in Istanbul wohler zu fühlen als in ihren eigenen Ländern.

Die Touristen aus den Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Katar oder Kuwait sind eher introvertiert. Sie mögen es nicht, wenn ihre Frauen oder Töchter mit fremden Männern sprechen. Sie interessieren sich auch nicht für die römische oder byzantinische Geschichte, sie bevorzugen es eher, in die Einkaufszentren zu gehen. Außerdem mögen sie Fast-Food. Sie verreisen gewöhnlich mit ihrer ganzen Familie und bilden somit eine große Gruppe. Manchmal sind es bis zu 30 Personen. Einige von ihnen sind so reich, dass sie teilweise innerhalb von einer Woche 70.000-80.000 Euro ausgeben.

Die Besucher aus den Nahostländern sind eher interessiert an der römischen und byzantinischen Geschichte und den Sehenswürdigkeiten wie der Hagia Sophia. Zudem sind sie Feinschmecker und fragen nach guten Restaurants am Bosporus.

Die Touristen aus Marokko, Tunesien und Algerien weisen neben der arabischen auch eine französische Kultur auf, dementsprechend sind auch ihre Wünsche. Sie lernen gerne das türkische Nachtleben kennen oder wünschen sich, Bauchtänzerinnen zu sehen.

Dieser Text basiert auf einem Artikel von Hürriyet Daily News