Iraks Regierungschef wirft Katar und Saudi-Arabien vor, sie förderten den Terrorismus.

Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hat Saudi-Arabien und Katar vorgeworfen, sie förderten Terrorgruppen. Al-Maliki sagte zu Beginn einer zweitägigen Anti-Terror-Konferenz, die am Mittwoch in Bagdads streng abgeriegelter Grüner Zone stattfand: „Einige Staaten der Region wollen andere glauben machen, dass das, was im Irak passiert, ein Krieg zwischen Sunniten und Schiiten sei, und dass Al-Kaida die Christen und Schiiten im Namen des sunnitischen Islams tötet.“

Beobachter interpretierten seine Worte als Kritik an den beiden Golfstaaten. Weder Katar noch Saudi-Arabien hatten eine Delegation zu der Konferenz geschickt, an der sich 25 Staaten sowie mehrere Organisationen und internationale Experten beteiligten. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bestellten nach Al-Malikis Rede den irakischen Botschafter ein. Außenminister Anwar Gargasch sagte ihm nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM, die VAE verurteilten Al-Malikis Behauptung, Saudi-Arabien unterstütze Terroristen.

Spirale der Gewalt will nicht enden

Unter den Golfstaaten spielt sich in den letzten Wochen ein Machtkampf ab. Im Streit um Einfluss in Ägypten und Syrien geraten Saudi-Arabien und Katar immer heftiger aneinander. Riad bereitete sogar Zwangsmaßnahmen gegen Katar vor.

Unterdessen geht die Gewalt im Zweistromland unvermindert weiter. In Baidschi 200 Kilometer nördlich von Bagdad tötete ein Selbstmordattentäter zwei Polizisten. Wie aus Sicherheitskreisen zu erfahren war, starben sieben Menschen durch Anschläge in der Provinz Dijala, darunter drei Angehörige einer Familie. In der Stadt Tikrit starb nach Angaben der Nachrichtenagentur Sumeria News ein Mitglied einer Sondereinheit der Sicherheitskräfte, als eine Bombe in seinem Fahrzeug detonierte.

Westliche Diplomaten führen den jüngsten Anstieg der Terroranschläge im Irak auch auf Al-Malikis harten Kurs im Konflikt mit Sunniten und Kurden zurück. Al-Maliki behauptet dagegen, Hauptgrund für die Zunahme der Gewalt sei der Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien. (dpa/dtj)