Foto: Ersan Erdogan/Depo (c) dpa

Nachdem Sezgin Tanrikulu, ein Abgeordneter der größten türkischen Oppositionspartei CHP in einer Anfrage an das Verteidigungsministerium anfragte, ob neben Gammelfleisch, auch Pferdefleisch an türkische Soldaten in Gölcük serviert wurden, beantwortete der türkische Verteidigungsminister Nurettin Canikli am Mittwoch (20.12.2017) diese Anfrage.

In seiner Antwort gab Canikli zu, dass unter den 8,95 Tonnen Konservengulasch insgesamt 4 Tonnen und 50 kg Pferdefleisch sichergestellt wurde. Nach Angaben des Verteidigungsministers hätten Analysen ergeben, dass in den Konserven mit 12.500 kg Gulaschfleisch rund 5,55 Tonnen vergammelt waren. Die Auftragnehmer hätten auf Anforderung das schlecht gewordene Fleisch ersetzt, doch die Proben aus der neuen Lieferung hätten ergeben, dass sich darin rund 4 Tausend Kilo Pferdefleisch befinden. 

„Kein Personal hat von dem Pferdefleisch gegessen“

In türkischen Zeitungen und Online-Nachrichtenportalen wurde dieser Zwischenfall als großer Skandal aufgemacht. Beispielsweise behauptete die Cumhuriyet, dass das Verteidigungsministerium den Mehmetcik (spezielle Bezeichnung für türkische Soldaten) Pferdefleisch serviert hätte. In der Erklärung des türkische Verteidigungsministeriums hieß es aber, dass die Verträge mit der zuständigen Firma Pınarsan İnş.Nak.San. ve Ltd.Şti. gekündigt wurden, die Firma bei der Staatsanwaltschaft angeklagt wurde und das Pferdefleisch zu Vernichtungszwecken durch die Landwirtschaftsdirektion der Stadt Kocaeli, im Kühllager des Admiralstabs von Gölcük gelagert wurden. Außerdem teilte der Minister in seinem Schreiben mit, dass kein Personal von dem Fleisch gegessen habe. 

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