ARCHIV - Mehmetcik, eine zuneigungsvolle Umschreibung türkischer Soldaten, auf dem Weg zu einer Übung in Mardin

Im Kampf gegen die türkische Armee sollen regierungstreue Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad offensichtlich die Kurdenmiliz YPG in der Region Afrin unterstützen.

Die syrische Regierung und die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG hätten angesichts der türkischen Offensive in Nordsyrien ein entsprechendes Abkommen geschlossen, hieß es am Samstag aus syrischen Regierungskreisen. Bereits «in den kommenden Stunden» könnten der syrischen Regierung nahestehende Truppen den Kurden in Afrin zu Hilfe eilen.

Somit würde die Mehmetcik seit Beginn des Olivenzweigeinsatzes erstmals in den direkten Konflikt mit der syrischen Armee geraten. Denn in den vergangenen Tagen hatte es Berichte darüber gegeben, dass syrische Regierungstruppen auf Bitten der Kurden in die Kämpfe im Norden des Landes eingreifen könnten.

„Wenn syrische Regierungstruppen YPG helfen wollen kann uns keiner aufhalten“

Türkischer Außenminister mit Kriegsgebaren

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu meldete sich auf die Spekulationen hin zu Wort. „Wenn die syrischen Truppen die PKK angreifen wollen, gibt es kein Problem. Wenn sie die YPG unterstützen wollen, kann uns und das türkische Militär keiner aufhalten“.

Risiko für das türkische Militär

Auch türkische Medien berichten von einer Bewegung syrischer Regierungstruppen in Richtung Afrin. Dies könnte der türkischen Operation „Olivenzweig“ eine ganz neue Dimension verleihen. Der vor wenigen Monaten aus der Haft entlassene Journalist Kadri Gürsel kommentierte die jüngsten Spekulationen: „Wenn es dazu kommt, kann die Operation Olivenzweig in dieser Form nicht mehr fortgesetzt werden und das Risiko, dass das türkische Militär in ein Gefecht hineingeriet, wird sehr groß“.

Die Kurden kontrollieren große Teile Nordsyriens entlang der syrisch-türkischen Grenze. Die Türkei startete zusammen mit Verbündeten vor knapp vier Wochen eine Offensive gegen die Kurden in Afrin, die sie als «Terroristen» bezeichnen.

Die Türkei unterstützt in dem Konflikt Rebellengruppen, die gegen Syriens Präsident kämpfen. Syrische Truppen werden von Russland und dem Iran unterstützt, die Kurdenmilizen von den USA. Durch das Eingreifen regierungstreuer Truppen in Afrin droht eine weitere Eskalation.

dpa/dtj