Altan-Brüder, Nazlı Ilıcak: Prozess gegen Journalisten und Intellektuelle begonnen

Elf Monate nach dem Putschversuch in der Türkei hat in Istanbul der Prozess gegen 17 regierungskritische Journalisten und Intellektuelle wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung begonnen. Zum Prozessauftakt am Montag sagte die prominente Journalistin Nazlı Ilıcak nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA, sie habe in ihrem ganzen Leben weder Verbindungen zu Terrororganisationen noch zur Bewegung des muslimischen Gelehrten Fethullah Gülen gehabt. Die Regierung verdächtigt die Bewegung Gülens, für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich zu sein.

Altan-Brüder dementieren Nähe zu Gülen

Den Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung lebenslange Haft wegen versuchten Umsturzes der Regierung. Unter den Beschuldigten sind der Ex-Chefredakteur der inzwischen geschlossenen Zeitung «Taraf», Ahmet Altan, und sein Bruder, der Ökonomieprofessor und Autor Mehmet Altan. Die Altan-Brüder – die schon vor Prozessbeginn Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden Gelehrten Gülen dementiert hatten – und Ilicak sitzen in Untersuchungshaft.

Beteiligung am Putsch durch «unterschwellige Botschaften» in TV-Sendung?

Den Altan-Brüdern wird nach früheren Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vorgeworfen, in einer Live-Fernsehsendung «unterschwellige Botschaften» über den damals noch bevorstehenden Putschversuch verbreitet zu haben. An der Sendung hatte auch Ilıcak teilgenommen. Der Prozess soll an diesem Dienstag fortgesetzt werden.