Für großes Aufsehen hat in der Vorwoche der Vorsitzende der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, mit seinen Aussagen in einem Interview gesorgt, das er dem katholisch-konservativen Nachrichtenportal kath.net gegeben hatte (DTJ berichtete). Dabei hatten nicht nur Luckes deutliche Position gegen die Abtreibung und für ein traditionelles Familienideal für heftige Reaktionen gesorgt, sondern auch sein entschiedenes Eintreten für einen respektvollen Umgang mit Einwanderern und deren religiösen und kulturellen Werten. Unter anderem hatte sich Lucke gegen Assimilation und für das Recht von Muslimen ausgesprochen, in Deutschland architektonisch ansprechende Moscheen zu errichten.

Vor allem aus dem Umfeld der NPD und von rechtsextremen Internetblogs, die der rechtskonservativen AfD  bereits seit ihrer Gründung im April 2013 einen islamfeindlichen Kurs aufzwingen wollen, wurde auf Grund der Aussagen Luckes im kath.net-Interview eine mehrtägige Hetzkampagne lanciert, im Zuge derer unter anderem auch regelrechte „Steckbriefe“ über vermeintlich oder tatsächlich „muslimische“ Funktions- und Mandatsträger der eurokritischen Partei angefertigt und diese via Internet angepöbelt oder bedroht wurden.

Zum Ziel der Hasskampagne wurde dabei unter anderem auch der am 25. Mai für die AfD in den Rat der Stadt Rösrath gewählte Kacem Bitich. Dieser will sich, wie auch andere Einwanderer und Muslime, die sich für die Eurokritiker engagieren, indes nicht einschüchtern lassen. In einer Stellungnahme auf facebook, die DTJ auf diesem Wege dokumentieren will, unterstreicht Bitich seine Solidarität zum Bundesvorsitzenden der AfD und macht die Position seiner Partei noch einmal wie folgt deutlich:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem Interview mit Prof. Bernd Lucke zum Islam ist es teilweise zu erschreckenden Aussagen und Beleidigungen auch gegen meine Person gekommen.

Ich möchte hier klarstellen, dass ich die Aussage von Prof. Bernd Lucke vollkommen unterstütze.

Ich bin selber in einer islamischen Familie aufgewachsen, da mein Vater Einwanderer aus Marokko ist. Kritik an einer Religion ist sicher gut und auch erlaubt und auch ich äußere mich kritisch zu einigen Punkten im Islam. Aber den Islam mit Islamisten gleichzusetzen, ist nicht tragbar und beschämend.

 Jeder Mensch, egal welcher Religion und Herkunft er ist, ist in Deutschland willkommen, wenn er das Grundgesetz achtet und sich in die Gesellschaft integriert. Parallelgesellschaften und radikale Ansichten lehne ich strikt ab. So etwas muss verhindert werden.“