Soldaten der Freien Syrischen Armee fahren am 21.01.2018 auf einer Straße in Kilis (Türkei) zur syrischen Grenze. Türkische Bodentruppen sind mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee (FSA) in die von kurdischen Milizen kontrollierte Region Afrin in Syrien einmarschiert. Foto: Furkan Arslanoglu/Depo Photos/AP/dpa
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat dem türkischen Militär in Syrien und in geringerem Maß auch der YPG Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Das türkische Militär beschieße den von den Kurdenmilizen gehaltenen Ort Afrin im Norden Syriens wahllos mit Artillerie, hieß es in einer am Mittwoch von Amnesty verbreiteten Mitteilung. Die kurdischen YPG-Einheiten würden ihrerseits den von türkischen Truppen besetzten syrischen Ort Azaz gut 20 Kilometer von Afrin entfernt mit Granaten und Raketen beschießen. In beiden Orten seien bereits Dutzende Zivilisten getötet worden, teilte Amnesty unter Berufung auf Augenzeugenberichte mit, die geprüft worden seien.

Die türkische Armee hatte am 20. Januar eine Offensive im Norden Syriens begonnen. Das Gebiet wird von den YPG-Einheiten kontrolliert, die die Türkei für den syrischen Ableger der Terrororganisation PKK hält und bekämpft. Die USA hingegen unterstützen die YPG im Kampf gegen die Terrormiliz IS.

Amnesty fordert Unterstützung von USA und Russland 

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Amnesty rief die USA, Russland und andere Staaten auf, die Türkei und die YPG zu einem Ende der Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu drängen. «Berichte über den wahllosen Artilleriebeschuss von Dörfern und städtischen Wohngebieten sind äußerst beunruhigend. Der Einsatz von Artillerie und anderer nicht zielgenauer Waffen ist nach internationalem Recht verboten, und alle Seiten sollten solche Angriffe sofort einstellen», forderte Amnesty.

In Afrin seien nach Angaben des kurdischen Roten Halbmonds bisher durch türkischen Beschuss 93 Zivilisten getötet und 313 verletzt worden. In Azaz hätten kurdische Angriffe nach diesen Angaben vier Zivilisten getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die Türkei bestreitet, dass Zivilisten getötet worden sind. 

dpa/dtj
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