Sarmada: Mitglieder des syrischen Zivilschutzes versuchen ein Feuer in einer Industrieanlage zu löschen, nachdem diese unter Raketenbeschuss geraten war. Syrische Regierungstruppen haben bei Angriffen im Nordwesten des Landes Aktivisten zufolge mindestens vier Menschen getötet. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Syrische Regierungstruppen haben bei Angriffen im Nordwesten des Landes Aktivisten zufolge mindestens vier Menschen getötet und 17 weitere zum Teil schwer verletzt.

Raketen hätten am Samstag eine Polizeiwache sowie ein Flüchtlingslager getroffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Unter den Toten seien mindestens drei Polizisten. Der Angriff ereignete sich nahe der türkischen Grenze in der Stadt Sarmada 20 Kilometer südlich von Reyhanlı.

Die Region um Idlib ist nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet des Landes. Dominiert wird es von der militant-islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS).

Waffenruhe gilt noch

Russland und die Türkei hatten sich als Schutzmächte der syrischen Regierung beziehungsweise der Opposition im März vergangenen Jahres auf eine Waffenruhe für das lange umkämpfte Gebiet geeinigt. Seitdem ging die Gewalt zurück. Dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen, bei denen häufig auch Zivilisten getötet werden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte warnt angesichts des Anrückens von mehr Regierungskämpfern in der Region vor einer humanitären Katastrophe, falls diese versuchen sollten, das Gebiet zurückzuerobern. Den Angaben der Aktivisten zufolge leben mehr als anderthalb Millionen Menschen rund um Idlib. Die meisten sind demnach Vertriebene aus anderen Gegenden des Landes.

dpa/dtj