Angegriffener Rabbi Daniel Alter will Streetworkerprojekte fördern

Der Berliner Rabbiner Daniel Alter, der im Sommer des Jahres vor den Augen seiner kleinen Tochter vermutlich durch antisemitische Gewalttäter mit Migrationshintergrund zusammengeschlagen worden war, will die Förderung von Antigewalt- und Streetworkerprojekten weiter vorantreiben.

„Ich habe den Eindruck, dass gerade jetzt die Chance da ist, etwas zu bewegen”, sagte der Beauftragte gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gegenüber der „Berliner Morgenpost“.

Ende November war Alter in Düsseldorf mit dem Medienpreis der Hubert Burda Media ausgezeichnet worden. Nach der Verleihung des Bambi-Integrationspreises seien viele Verbands- und Projektvertreter auf ihn zugekommen. Es sei nun wichtig, die verschiedenen Initiativen miteinander besser zu vernetzen. In seiner Dankesrede kündigte er an, den Preis einem vorwiegend von muslimischen Jugendlichen betreuten Projekt zu widmen, das sich unter anderem damit befasst, antisemitischen Vorurteilen innerhalb ihrer Community entgegenzuwirken.

Zwar gebe es auch ganz viele andere öffentlichkeitswirksame Aktionen, mit denen auf politischer Ebene ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt werde. „Aber bei extremem Antisemitismus und Gewalttätern kommen diese Signale nicht mehr an”, sagte Alter. In diesem Bereich seien Projekte wirkungsvoller, die von Jugendlichen selbst gestaltet würden.