Bodrum: Ein Feuerwehrmann während der Löscharbeiten. In der Türkei kämpften Tausende Einsatzkräfte den fünften Tag in Folge gegen die Waldbrände. Bisher starben acht Menschen. Foto: Emre Tazegül/AP/dpa

In der südtürkischen Provinz Antalya sind zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit den Waldbränden ums Leben gekommen. Die türkische Regierung hat inzwischen das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert.

In der Türkei kämpften Tausende Einsatzkräfte den fünften Tag in Folge gegen Waldbrände. In der Nacht zu Sonntag wurden in der Ferienregion Bodrum mehrere Dörfer evakuiert, wie der Bürgermeister sagte. Die Menschen seien unter anderem mit Booten über das Meer in Sicherheit gebracht worden. Nach einer Anfrage der Türkei reagierte die EU-Kommission und schickte drei Löschflugzeuge. Diese kommen aus Kroatien und Spanien. Auch Griechenland, wo es ebenfalls brennt, habe seine Hilfe angeboten, die Türkei habe sich allerdings nur bedankt, ohne die Hilfe anzunehmen. Außerhalb der EU helfen Russland, Aserbaidschan, die Ukraine und der Iran mit Flugzeugen aus.

Aus einem Vorort Bodrums seien am Samstagabend 100 russische Touristen in Sicherheit gebracht worden, teilte das russische Generalkonsulat in Antalya mit. In der Provinz Antalya wurde am Sonntag ein weiteres Dorf evakuiert, wie der Sender NTV berichtete. Die türkische Marine stellte für die Region Marmaris, in der ebenfalls ein Feuer wütete, zwei Schiffe für eine mögliche Evakuierung bereit, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Von ursprünglich 125 Bränden waren am Montagmittag noch acht aktiv. Es gebe Brandherde in den süd- und westtürkischen Provinzen Antalya und Muğla. Zudem sei ein neues Feuer in der osttürkischen Provinz Tunceli ausgebrochen. Starke Winde und hohe Temperaturen fachten das Feuer immer wieder an und erschwerten die Löscharbeiten.

50 Millionen Lira Hilfe

Die Brände forderten nach offiziellen Angaben bislang mindestens acht Todesopfer – sieben in Antalya, eines in Marmaris. Hunderte wurden verletzt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan besuchte die betroffenen Regionen und sicherte den Geschädigten am Samstag schnelle Hilfe zu. 50 Millionen Lira (rund 5 Millionen Euro) seien schon überwiesen worden.

In mehreren Provinzen der Türkei waren am Dienstag und Mittwoch Waldbrände ausgebrochen. Einigen Medien zufolge hat eine der Terrororganisation PKK nahe stehende Gruppierung namens „Die Kinder des Feuers“ die Verantwortung für einige Brände übernommen. Laut dem Innenminister Soylu wird weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Es seien über 300 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.

dpa/dtj