Knapp vier Wochen nach Beginn der Luftangriffe läutet die von Saudi-Arabien geführte Allianz eine neue Phase im Einsatz gegen die Huthi-Rebellen im Jemen ein. Die Luftangriffe seien erfolgreich gewesen, schwere Waffen und Raketen der Aufständischen seien zerstört worden, sagte der Sprecher der arabischen Koalition, Ahmed Asiri, am Dienstagabend. Ab Mitternacht sollte demnach auf die Operation „Sturm der Entschlossenheit“ ein Einsatz mit Namen „Wiederherstellung der Hoffnung“ folgen. Im Zuge dessen könne es Militäreinsätze geben, sollten es die Befehlshaber für nötig halten, sagte Asiri.

Asiri sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija: „Wir sprechen nicht von einer Waffenruhe.“ Die Operation „Wiederherstellung der Hoffnung“ habe eine „militärische Komponente“. Sie werde die Überwachung der Lage aus der Luft und von See aus einschließen. Die Huthi-Milizen würden angegriffen, „wenn sie versuchten Zivilisten Schaden zuzufügen“.

Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis greift seit dem 26. März aus der Luft Stellungen und Waffenlager der schiitischen Huthi-Rebellen an. Die Aufständischen kämpfen gegen sunnitische Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen. Die Huthis wiederum stehen dem Iran nah, der mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region wetteifert. Nach UN-Angaben starben zwischen dem 26. März und dem 18. April mindestens 436 Zivilisten.

Wie in der saudischen Hauptstadt Riad verlautete, ordnete König Salman die Mobilisierung der Nationalgarde für mögliche Bodeneinsätze an. Dies nährte Erwartungen, dass Saudi-Arabien zu einer Bodenoffensive übergehen könnte. Die Luftangriffe brachten bislang kaum Veränderungen am Boden. Sie forderten zudem viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Erst am Dienstag hatten Bombardierungen in der Hauptstadt Sanaa zahlreiche Zivilisten getötet.

Saudische Truppen könnten aber auch eingesetzt werden, um die südliche Metropole Aden und ihre Hafenanlagen zu sichern. Zuletzt war es den örtlichen Pro-Hadi-Milizen gelungen, die vorrückenden Huthis aus Aden zurückzudrängen.

Die US-Regierung dementierte derweil Medienberichte, wonach die US-Flotte vor der Küste des südarabischen Landes aus Sorge vor iranischen Waffenlieferungen an die Huthi-Rebellen verstärkt wird. Der Einsatz habe zum Ziel, den „freien Handelsfluss im Golf von Aden und im Roten Meer“ zu sichern, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest. Das Washingtoner Außenministerium nannte Berichte «völlig falsch», wonach die US-Marine in der Region iranische Schiffe abfangen solle.

Die „New York Times“ und andere Medien hatten zuvor unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, aus Sorge vor möglichen Waffenlieferungen Irans seien der Flugzeugträger „Theodore Roosevelt“ sowie ein Lenkwaffenkreuzer zum Golf von Aden geschickt worden. (dtj/dpa)