Eine deutliche Mehrheit von jüdischen und arabischen Israelis spricht sich für mehr Gleichheit zwischen beiden Bevölkerungsgruppen aus. Das geht aus einer aktuellen Studie des Jerusalemer „Israel Democracy Institute“ hervor. 64 Prozent der befragten jüdischen Israelis und 90 Prozent der arabischen Israelis fordern demnach vom Staat einen umfassenden Plan zur Beseitigung von Ungleichheiten.

Größere Abweichungen zeigt die Studie bei konkreten Fragen des Zusammenlebens. So gaben 77 Prozent der arabischen Israelis an, nicht getrennt von ihren jüdischen Landsleuten wohnen zu wollen. Unter den befragten Juden waren hingegen 52 Prozent der Meinung, getrennte Wohnviertel für Juden und Arabern seien der bessere Weg, um ihre jüdische Identität zu bewahren. Während 71 Prozent der befragten Araber einen Einbezug arabischer Experten in die Entscheidungsprozesse staatlicher Stellen gutheißen, lag die Zahl der jüdischen Befürwörter eines solchen Schritts bei 33 Prozent.

58,5 Prozent der befragten Juden gaben an, das Betreten arabischer Gemeinden zu vermeiden. Umgekehrt vermeiden 16 Prozent der befragten Araber jüdische Wohngebiete. 69 Prozent der arabischen Israelis können sich fließend auf Hebräisch unterhalten, während lediglich 6 Prozent der befragten jüdischen Isralis angaben, über fließende Arabischkenntnisse zu verfügen. 70 Prozent der befragten Juden sprachen sich laut Studie für einen obligatorischen Zivildienst für alle vom Militärdienst ausgenommenen Bürger aus. Auf arabischer Seite lag der Zuspruch deutlich niedriger bei 27 Prozent.

Große Unterschiede gibt es laut Studie bei der Frage nach Israel als Nationalstaat des jüdischen Volkes. Während 67 Prozent der arabischen Israelis dieser Aussage ablehnend gegenüberstanden, sprachen sich 58 Prozent der jüdischen Israelis dafür aus, Arabern das Wahlrecht zu entziehen, die Israel nicht als Heimstätte der Juden anerkennen.

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KNA/akr/cdt