Sibel Çeliker, die Integrationsbeauftragte des JobCenters Berlin-Mitte, erklärte, dass es in Deutschland eine große Auswahl an Berufen gebe, in denen Ausbildungen angeboten werden. Dennoch seien die türkischen Jugendlichen in ihrer Berufswahl zu sehr auf einige wenige bestimmte Berufe konzentriert. Für die Aufklärung der Jugendlichen über diese Auswahl an unterschiedlichsten Möglichkeiten sollen nun unter anderem in Moscheen Informationsveranstaltungen organisiert werden.

Bei der Berufsauswahl, so Çeliker, klammerten sich die türkischen Jugendlichen zu sehr an bestimmte bekannte Berufe und kämen nicht aus deren Kreis heraus. Die meisten Berufe, für welche sich die Mädchen entscheiden, sind zum Beispiel Friseuse, Kassiererin, Arzthelferin und Verkäuferin, während Jungs eher Berufe wie Kfz-Mechaniker, Elektriker, Klempner, Gas-Wasserinstallateur und Maler wählen.

Es fehlt das Wissen über die Breite des Angebots

Çeliker teilte mit, dass die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl bei bestimmten Berufen hängen bleiben, ohne sich für neue, alternative und andere Berufe zu entscheiden. Grund dafür sei vor allem der Mangel an Information in diesem Bereich. Die türkische Community in Deutschland habe zunächst einmal bei der Berufswahl und somit auch in der Geschäftswelt fehlende Kenntnisse über die Breite des Angebots, das die Arbeitswelt bietet – dieser Mangel müsse unverzüglich beseitigt werden.

Laut Çeliker könne diese Lücke unter den Jugendlichen mit Informationsveranstaltungen gefüllt werden: „Unsere türkische Gesellschaft ist zwar interessiert an Bildung, jedoch kenntnislos über die Möglichkeiten.“ Noch in diesem Monat wird Çeliker, einmal am 16. Mai 2014 um 14:00 Uhr und ein weiteres Mal am 24. Mai 2014 um 10:00 Uhr zwei Veranstaltungen verwirklichen. Die Informationsveranstaltungen, welche in der DITIB Yunus Emre Moschee in der Reinickendorferstraße 38/39 stattfinden, werden in türkischer Sprache abgehalten. So will man sowohl Jugendlichen als auch ihrer Eltern einen Überblick über die reichhaltigen Möglichkeiten der Berufswahl in Deutschland in Kenntnis setzen.

Es gibt mehr als 300 Berufe

In Deutschland gebe es mehr als 300 Ausbildungsmöglichkeiten, teilte die Integrationsbeauftragte Çeliker mit und forderte auf diese Weise die Jugendlichen auf, an den Infositzungen teilzunehmen. Es gebe viele Jugendliche, welche sich aufgrund ihrer Unkenntnis nur für die bestbekannten Berufe entscheiden. Jedoch setzen sie ihre Ausbildung nicht fort, da sie mit der Zeit erkennen, dass sie ihren Beruf nicht mögen und brechen damit ab. „Ein Mensch übt einen Beruf, den er liebt, sein ganzes Leben lang aus. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich für einen Beruf zu entscheiden, den man mag. Alles fängt mit der Auswahl eines Berufes an. Um einen geeigneten Beruf auszuwählen, sollte man sich sowohl seiner Fähigkeiten bewusst sein als auch andere Berufsrichtungen kennenlernen“, so Çeliker.