Arda Turan after the UEFA EURO 2016 group D EPA/OLIVER WEIKEN

Er ist der beste türkische Spieler der letzten Jahre. 2011 nach Spanien zu Atlético Madrid gewechselt, entwickelte sich Arda Turan zu einem Topstar in der Primera Division. Er gewann die Meisterschaft, den Pokal, die Europa League, den Super Cup. Beinahe gewann er sogar die Champions League.

Er wurde so gut, dass englische Topteams und der FC Barcelona auf ihn aufmerksam wurden. Tatsächlich wechselte er 2015 zum katalanischen Starklub. Heute muss man enttäuscht feststellen – die Verbindung Barcelona-Arda ist ein einziges Missverständnis.

Besonders bitter muss das derzeit die türkische Nationalmannschaft am eigenen Leib erleben. Arda ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Seine Formkrise ist so groß, dass er sich nicht aus ihr befreien kann. Vergessen die Tage, an denen er mit seiner Klasse den Unterschied ausmachen konnte. Vergessen die Tage, an denen er seine Mitspieler mitriss und zu Höchstleistungen antrieb.

Er ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass er den anderen nicht helfen kann. Am Sonntag erlöste ihn Terim noch nach knapp einer Stunde und nahm ihn vom Feld. Am Freitag musste er dann durchspielen – und die Pfiffe der Fans ertragen. Es war einer der dunkelsten Momente in seiner Karriere.

In einem Alter, in dem er eigentlich auf dem Olymp seiner Karriere stehen müsste, ist Arda Turan am Tiefpunkt angekommen. Nach einer Rückrunde zum Vergessen spielt er eine seiner Klasse unwürdige EM. Uninspiriert, ohne Feuer, ohne Überraschungsmomente. Sein Wechsel nach Barcelona war ein Fehler, einer, den die türkische Nationalmannschaft sehr teuer bezahlt.

Die spanischen Fans und Terim nahmen ihn in Schutz. Ob die türkischen Fans ihn wieder ins Herz schließen werden, hängt kurzfristig einzig und allein von seiner Leistung am Dienstag ab – falls er sie denn zeigen darf. Denn es sind nicht wenige, die lieber das Talent Emre Mor auf dem Platz sehen wollen.